Vielleicht der falsche Film, aber einer mit Happy End

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Friedrich-Paulsen-Schule entlässt den Abijahrgang 2019 feierlich in der Südtondern-Halle

„Abiwood – 13 Jahre im falschen Film“ lautete das Motto der Abiturienten des Jahrgangs 2019. Die Schlussszene jedoch, die feierliche Entlassung der Absolventinnen und Absolventen der Friedrich-Paulsen-Schule am vergangenen Donnerstag in der Niebüller Südtondern-Halle, gestaltete sich als ein Happy End, wie es sein soll: voller Überraschungen, unterhaltsam, herzergreifend und bewegend.

Dafür sorgten neben den zahlreichen Mitwirkenden die 90 Hauptdarsteller des Abends: Vor der eindrucksvollen Kulisse aus Filmplakaten, gestaltet von der Klasse 10a unter der Leitung von Frau Awe, brachten sie in ihren Festroben während der Zeugnisverleihung durch den Schulleiter Eckhard Kruse, den Oberstufenleiter Frank Gehrmann und die Klassenlehrer einen Hauch von Hollywoods Glanz auf die Bühne.

Allerdings galt es zuvor eine weitere, etwas ungewöhnlichere Prüfung zu meistern. „In meinen Augen soll niemand das Abitur bekommen, der keinen Nagel in ein Brett schlagen kann.“ Entsprechend diesen Worten des stellvertretenden Ministerpräsidenten von Bayern, Hubert Aiwanger, bat Studiendirektor Karsten Giltzau als Vertreter des Kollegiums zwei der Klassensprecher auf die Bühne, um zu verhindern, dass die Abiturienten „um bayerische Universitäten einen weiten Bogen machen müssen“. Die von der „Lottofee“ Annette Hansen, Sekretärin des Oberstufenbüros, per Los ermittelten Abiturienten Laura Christiansen und Kevin Jacobsen zeigten sich auch dieser Aufgabe gewachsen und „schlugen“ ihren Jahrgang „frei“.

Für Überraschung sorgte in diesem Jahr der Abichor aus Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs. Er präsentierte mit viel Rhythmusgefühl einen „Mash up“ bekannter und zum Anlass passender Songs und sorgte auf diese Weise ebenso für Stimmung wie das im ABBA-Stil gekleidete Lehrerensemble mit seiner für die Abiturienten umgedichteten und kunst- wie schwungvoll vorgetragenen Version von „Dancing Queen“.

Stimmungsvoll war auch das von Chor und Orchester der FPS unter Leitung von Oliver Schultz-Etzold gestaltete musikalische Rahmenprogramm, das aus Teilen des schwedischen Werkes „Volund“ sowie aus einem Stück aus dem Computerspiel „League of Legend“ bestand.

Ernstere Töne schlugen einige der Festredner an, die einen kritischeren beziehungsweise prüfenden Blick auf die Institution Schule warfen. So verglichen Sophia Strauß und Leve Rasmussen, die die Rede der Abiturienten hielten, die vergangenen Schuljahre mit einem „All-you-can-eat-Büfett“, die Oberstufe mit dem Dessert, „auf das keiner mehr so richtig Lust“ habe, weil man schon so satt sei.

Studiendirektor Karsten Giltzau, der als Historiker einen kurzen Abriss über die schulpolitischen Reformen des Pädagogen Friedrich Paulsen gab und deren Aktualität hervorhob, verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass die Bildungspolitiker sich bei zukünftigen Reformen der Oberstufe „wieder mehr an den Vorstellungen wie denen Friedrich Paulsens orientieren“. So stellte er mit Paulsen die Forderung auf, dem Einzelnen „entsprechend seiner Begabung und Neigung mehr Spielraum“ zu lassen, und begründete dies mit den Worten des Pädagogen, man könne „junge Leute zwischen 17 und 20 Jahren … nicht mehr als Knaben behandeln“, könne ihnen „nicht täglich ihr Pensum in so und so vielen Fächern zuwiegen“, „ohne sie in ihrer Arbeitsfreudigkeit und ihrer Leistungsfähigkeit herabzusetzen“.

Dr. Heinrich Erdmann (Goldenes Abitur) beleuchtete den Wandel des Bildungsauftrages. Ausgehend von seiner Schulzeit in den 70ern, in denen „Erziehung zum Ungehorsam“ eines der bildungspolitischen Schlagworte war, plädierte er für eine Erziehung zum kritischen Bürger.

Dem Anlass entsprechend gaben die Redner den Absolventinnen Glückwünsche und Ratschläge für den kommenden Lebensabschnitt mit auf den Weg, wie zum Beispiel der Schulträger, vertreten durch Lecks Bürgervorsteherin Sabine Detert, und Christine Clausen Petersen (Silbernes Abitur): „Mit dem Abitur habt Ihr nun die `Eintrittskarte´ erworben“, erklärte sie und empfahl den Abiturientinnen als „Schlüssel zum Erfolg“ eine Tätigkeit zu wählen, der sie gerne nachgingen.

Mit großem Glas, Golfbällen, Kieselsteinen, Sand und Bier bestückt betrat die Elternvertreterin Sabine Saß die Bühne und demonstrierte dem Publikum mit einer kleinen Geschichte anschaulich, was im Leben wichtig ist. An erster Stelle seien die Golfbälle in den Topf des Lebens zu füllen, sie stünden für die Familie, Gesundheit, Freunde. An zweiter Stelle kämen die Kieselsteine, also Arbeit, das eigene Haus, das Auto. Die verbleibenden Lücken könnten mit Sand, den restlichen Kleinigkeiten, gefüllt werden. „Falls Sie den Sand zuerst in den Topf geben“, so Saß die Geschichte fortführend, „hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle“. Und das Bier? „Egal wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es hat immer noch Platz für ein oder zwei Bierchen.“

„Sieh nach den Sternen, hab acht auf die Gassen.“ Mit diesen Worten des Schriftstellers Wilhelm Raabe knüpfte Schulleiter Eckhard Kruse inhaltlich an das Motto der Abiturienten an und warnte die Stars des Abends, dass sich Film und Internet als „Scheinwelten“ entpuppen und „in die Irre, ins Unglück“ führen könnten. Wichtiger sei, griff der Schulleiter einen Begriff der erfolgreichen Influencerin und einstigen Gewinnerin des „European Song Contest“ Lena Meyer-Landrut auf, den eigenen „unkaputtbaren Kern“ zu finden. Er hoffe, dass der Unterricht die Absolventen „angeregt und befähigt habe, sich intensiv mit der Welt und auch sich selbst zu beschäftigen“ sowie einen eigenen „Wertekompass“ zu entwickeln.

Für ihren Beitrag zum Erfolg der diesjährigen Abiturienten dankte der Schulleiter dem Lehrerkollegium, den Sekretärinnen, den Hausmeistern und der IT-Support-Kraft, den Schulsozialarbeiterinnen sowie den Vertretern des Schulverbandes Südtondern.

Das war’s? – Vielleicht ist das ja noch gar nicht das Ende des Films, sondern „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, lautete das Schlusswort der Rede Karsten Giltzaus, ein Zitat aus dem Klassiker „Casablanca“. Etwas knapper formulierte es der Schulleiter: „Einmal FPS, immer FPS.“

Ehrungen
◦ für engagierte Mitarbeit in der Schülervertretung (SV) durch Jon Callsen und Lea Münster: Hans-Christian Petersen, Maxim Kruschinski, Jana Skwarr, Ann-Kathrein Gräning
◦ für herausragende schulische Leistungen: Cedrik Barth (1,7), Bente Petersen (1,6) und Dorothee Emanuela Gohr (1,4)
◦ für besonderes Engagement in der Jugendarbeit (Schwimmen/Fußball): Marie Weinbach, Ann-Kathrein Gräning, Phil Jensen, Cedrik Barth, Sönke Paulsen, Kevin Jacobsen
◦ für hervorragende Leistungen im Fach Mathematik: Ann-Kathrein Gräning

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