Schulprogramm



Schulprogramm der

Friedrich-Paulsen-Schule

Niebüll

 


Inhalt

1. Zum Leitbild der Friedrich-Paulsen-Schule

2. Das Schulprogramm in thematischen Bezügen

3. Die Friedrich-Paulsen-Schule in ihrer Region: Tradition und Aufbruch

4. Friedrich Paulsen


 


 

1. Zum Leitbild der Friedrich-Paulsen-Schule

Die Friedrich-Paulsen-Schule versteht sich als Gemeinschaft, in der Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Eltern eng zusammenarbeiten. Vorrangige Aufgabe der Schule ist ihr Bildungs- und Erziehungsauftrag gegenüber ihren Schülerinnen und Schülern. Offenheit gegenüber schulischen Herausforderungen, die sich aus dem gesellschaftlichen Wandel ergeben, gehört genauso zum schulischen Selbstverständnis unserer Schule wie das Festhalten an bewährten Traditionen und Werten.

Der erfolgreiche Schulbesuch stellt für die Schülerinnen und Schüler eine der entscheidenden Voraussetzungen dar, in beruflicher und privater Hinsicht ein erfülltes Leben zu führen. Einer guten Schulausbildung kommt damit sowohl aus individueller Sicht jedes Einzelnen als auch aus gesellschaftlicher Sicht eine hohe Bedeutung zu.

Die Friedrich-Paulsen-Schule strebt an, alle Schülerinnen und Schüler im Sinn einer gymnasialen Bildung bestmöglich zu fordern und zu fördern. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2010 auch die Entscheidung getroffen, dass die FPS G9-Schule bleiben soll.

Ziel der Ausbildung und Erziehung an der Schule ist die Herausbildung einer weltoffenen, handlungsfähigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeit mit Wissen, Sozialkompetenzen und Kreativität.

Im Rahmen des schulischen Angebotes, das auf den Erwerb von Wissen und Kompetenzen zielt, geben wir auch der Entfaltung der emotionalen Seite der Schülerinnen und Schüler Raum und bieten Übungsräume für ihr gesellschaftliches Engagement. Unser schulisches Angebot öffnet sich auch außerschulischen Partnern.

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Lernen und Leisten nicht nur Anstrengung erfordert, sondern auch Freude hervorbringt. In verschiedenen Bereichen schulischen Lebens haben sie daher die Möglichkeit, die ihnen innewohnenden musischen und gestalterischen Anlagen zu entdecken und zu stärken und Sensibilität für ästhetische Erfahrungen zu entwickeln.

Durch die Mitgestaltung des Schullebens in Gremien und bei Veranstaltungen lernen sie Schwierigkeiten und Erfolge einer Arbeit für die Gemeinschaft kennen. Die Zusammenarbeit in der Schulkonferenz und in den Fachkonferenzen sowie regelmäßige Treffen von Schülervertretung, Elternvertretung und Personalrat mit der Schulleitung führen zu einer für das Miteinander förderlichen Transparenz.

Die Erziehungsziele der Schule richten sich auf Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu ihrem eigenen Lernen, zum Umgang mit sich selbst und anderen und zum Verhalten in der Umwelt, in der wir leben.

  • Als Vorbereitung auf ein lebenslanges Lernen fördern wir in altersgemäßer Form die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit, Selbständigkeit und Teamfähigkeit. Voraussetzung dafür ist die Lern- und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler.

  • Wir legen Wert auf die Entwicklung und Pflege von Umgangsformen mit gegenseitiger Achtung und Toleranz aller an Schule Beteiligten. Wichtig sind uns Verhaltensweisen, die dem Leben in der Gemeinschaft dienen und gleichzeitig das Recht des Einzelnen achten.

  • Die Sorge für die Umwelt und die mannigfachen Probleme einer globalisierten Welt fordern eine Erziehung zu verantwortlichem Denken und Handeln und zu Solidarität gegenüber Benachteiligten.

Schule und Elternhaus sollen in Fragen der Erziehung zusammenwirken. Erziehungsprozesse, die im Elternhaus stattfinden, werden, wenn möglich, von der Schule unterstützend begleitet. Die Schule kann häusliche Erziehung aber nicht ersetzen und erwartet, dass Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Grundmuster sozialverträglichen Verhaltens schon zu Hause gelernt haben. Bei Schwierigkeiten gibt es auch die Möglichkeit, in Gesprächen mit der Schulsozialarbeiterin / dem BBZ nach Lösungen zu suchen.

Am Ende ihrer Schulzeit sollen die Schülerinnen und Schüler über ein gesundes Selbstvertrauen verfügen, das auf fundiertem Wissen und erworbenen Schlüsselqualifikationen beruht und das ihnen die Fähigkeit gibt, selbständig, verantwortlich und zuversichtlich ihre weitere Lebensplanung in die Hand zu nehmen.

Unser Handeln dreht sich besonders um

  • die Studien- und Berufsvorbereitung (vgl. 2.1 und 2.2)

  • das Fördern und Fordern (vgl. 2.3)

  • die Förderung von Talenten in verschiedenen Bereichen (vgl. 2.4)

  • Ausbildung sozialer Kompetenzen (vgl. 2.6)

  • den Bereich der Prävention (vgl. 2.8)

  • Internationale Partnerschaften und Austauschprogramme (vgl. 2.9)


 

2. Das Schulprogramm in thematischen Bezügen

2.1 Vorbereitung auf ein Studium

Oberstes Ziel ist es, die Studierfähigkeit zu erwerben, jedoch sollten den Schülerinnen und Schülern auch die verschiedenen Wege aufgezeigt werden, welche es nach dem Abitur gibt.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Kooperation mit und Besuch von Fachhochschulen und Universitäten

  • Einladen von ehemaligen Schülerinnen und Schülern und jetzt Studierenden (Informationen über Berufsbilder und Möglichkeiten der Studienfinanzierung)

  • Aufzeigen von Alternativen zu dem sofortigen Studium nach Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife

 

2.2 Vorbereitung auf die Berufswelt

Ziel sollte es sein, alle Schülerinnen und Schüler angemessen auf die Möglichkeiten in der Berufswelt vorzubereiten und Hilfestellungen beim Übergang in diese zu geben.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Praktika in den Klassenstufen 9 und 12

  • Bewerbungstraining

  • Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit

  • Besuch von Jobmessen

  • Berufsbilderabend

  • Berufsberatung

 

2.3 Fördern und Fordern aller Schülerinnen und Schüler

Die Entfaltung der individuellen Talente und Potenziale der Schülerinnen und Schüler soll Priorität haben.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Hinführung zum eigenständigen Lernen: Lernen sich zu organisieren, die Zeit einzuteilen, sich zu motivieren, mit Lernproblemen umzugehen und Kennenlernen von Lernstrategien

  • spezielle Methodikschulung in allen Jahrgängen

  • Angebot von LeLe (Lernen lernen – ältere unterstützen jüngere Schülerinnen und Schüler), von Förderkursen in verschiedenen Fächern und von Deutsch als Zweitsprache

  • Begeisterung talentierter Schülerinnen und Schüler für Wettbewerbe (siehe 2.4) / Schaffung von mehr Wettbewerbskultur und Leistungsbewusstsein durch Leistungsanreize

  • Begabtenförderung: Teilnahme am Projekt „ShiB – Schleswig-Holstein inklusive Begabtenförderung“, Arbeit einer Projektgruppe (Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler)

 

2.4 Erwerb von Zusatzqualifikationen

Es sollte Möglichkeiten geben, Zusatzqualifikationen in verschiedenen Bereichen zu erwerben. Zudem haben wir den Anspruch, uns ständig weiterzubilden und jeden in seinen Entwicklungswünschen zu unterstützen.

Erreicht werden kann dies z. B. durch:

  • Cambridge Proficiency Course (Vorbereitung für das „Cambridge Proficiency Certificate“ – englisches Sprachdiplom, Niveau C2) .

  • DELF-AG (Vorbereitung für das „Diplôme d'Etudes en langue française“ – französisches Sprachdiplom Niveau A1 bis B2)

  • Olympiaden und Wettbewerbe (z.B. Mathematik-, Chemie-, Physik-Olympiade, Intel Leibniz Challenge, Jugend forscht, Jugend debattiert, Bundeswettbewerb Fremdsprachen, Certamen Cimbricum, Juvenes Translatores, Prix des lycéens allemands, Diercke Wissen, Software Challenge, Jugend trainiert für Olympia)

  • Generelle Offenheit gegenüber externen Angeboten (z.B. VHS, Universitätsgesellschaft)

 

2.5 Schaffen einer Anerkennungskultur

Viele ragen nicht nur durch gute Noten hervor, sondern auch durch andere Leistungen; diese sollten geehrt und belohnt werden. Des Weiteren soll die Schulgemeinschaft eine Kultur des gemeinsamen Feierns leben.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Ehrungen von Siegerinnen und Siegern in größerem Rahmen

  • Schaffung von Anreizen für außerunterrichtliche Aktivitäten

  • Anerkennung von Engagement und Ehrenamt (von allen am Schulleben Beteiligten)


2.6 Soziale Kompetenzen und Verantwortungsbewusstsein

Schule soll auf das Leben als mündiger Staatsbürger vorbereiten und den Schülerinnen und Schülern authentische Begegnungen mit der realen Welt bieten. Außerdem sollen Schülerinnen und Schüler durch außerunterrichtliche Tätigkeiten lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Einrichtung des Faches SoKo: Sozialkompetenztraining nach dem Lions-Quest-Programm für die Klassenstufen 5 und 7

  • Erleben der Demokratie (z.B. durch SV-Arbeit, Kooperation mit Amt und Bürgermeister, Podiumsdiskussionen)

  • Schülerpatenschaften für die Sextaner und für das SHiB-Programm

  • Wahrnehmung des Mitspracherechts bei Entscheidungen, welche die Schülerinnen und Schüler betreffen

  • Unterstützung karitativer Projekte, die von Schülerseite angeregt werden, z.B am Sozialen Tag

  • Werbung für das Ehrenamt und außerunterrichtliche Tätigkeiten (z. B. für die OGS, LeLe, die DLRG, die Feuerwehr, Trainertätigkeit, ...)

 

2.7 Förderung der Medienkompetenz

Die Möglichkeiten und der effektive Einsatz von Medien, aber auch ihre Gefahren sollen vermittelt werden.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Vermittlung des richtigen Einsatzes von Medien durch Anwendung im Unterricht

  • Medienkompetenztraining in Klassenstufe 7

  • Informationsveranstaltung für Eltern der Siebtklässler

  • Einsatz neuer Medien im Unterricht

 

2.8 Präventionsarbeit

Vorbeugend sollen Schülerinnen und Schüler vor potenziellen Gefahren geschützt werden.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin

  • Suchtprävention in Klassenstufe 7

  • Gewaltprävention in Klassenstufe 8

  • Medienkompetenztraining in Klassenstufe 7

  • Schuldenprävention


2.9 Kulturelle Offenheit und Vermittlung von Wertvorstellungen

Der Bildungsauftrag der Schule ist ausgerichtet an den humanistischen Wertvorstellungen und an den Ideen der demokratischen, sozialen und liberalen Freiheitsbewegungen. Es besteht an der Schule die Bereitschaft Bewährtes zu hinterfragen und sich für Neues zu öffnen.

Erreicht werden kann dies durch:

  • Interkulturelle Begegnungen: Internationale Klasse, Austausch mit Malmesbury (GB), Feurs (F), Gien (F), Teilnahme am Comenius-Programm, individuelle Austauschprogramme (z.B. USA, Australien, Frankreich, Südamerika) und Informationsveranstaltungen für Auslandsaufenthalte – Schülerinnen und Schüler berichten über ihre Erfahrungen

  • Schulpartnerschaften

  • Einladen von Gästen (z. B. Theatergruppen)

  • Verfolgen karitativer Ziele durch Schüleraktionen

  • Offene Gesprächskultur

 

2.10 Offene Ganztagsschule

Die außerunterrichtlichen Angebote sollen in Zusammenarbeit mit der Regionalschule den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, sich freiwillig und gemäß ihren Interessen nach dem Unterricht zu beschäftigen.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Förderung verschiedener Interessen

  • Angebot von Hausaufgaben-Betreuung und -Hilfe

  • Angebote von Kursen durch ältere Schülerinnen und Schüler

  • Zusammenarbeit mit der Volkshochschule und der Regionalschule

  • Schaffung eines Bewusstseins für gesunde Ernährung

  • Öffnung der Mensa für kulturelle Veranstaltungen und Institutionen


2.11 Kommunikation

Der Austausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Schulleitung soll offen und regelmäßig erfolgen. Raum und Zeit werden eingeplant, um gemeinsam gesammelte Erfahrungen zu reflektieren.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Regelmäßige Treffen von Eltern, Schulleitung, Schülervertretung sowie von Personalrat und Schulleitung

  • Abhalten von Schul-, Lehrer- und Fachkonferenzen sowie Personalversammlungen

  • Sitzungen sowohl des Elternbeirats als auch des Personalrates

  • Herausgabe eines SV-Newsletters

  • Einberufen von SV-Vollversammlungen

  • Regelmäßige Herausgabe von Elternbriefen

  • Regelmäßige Aktualisierung der FPS-Homepage

  • Grundsätzlich sollen bei Arbeitskreisen Vertreter/-innen aller Gruppen anwesend sein

 

2.12 Sport

Die Sportlichkeit von Schülerinnen und Schülern soll gefördert werden.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Teilnahme an Wettbewerben von „Jugend trainiert für Olympia“

  • Organisation schulinterner Sportwettbewerbe sowie von Turnieren mit anderen Schulen

  • Außerunterrichtliche Sportangebote durch die OGS

 

2.13 Kreatives Leben, Kulturarbeit und deren Veröffentlichung

Schüler und Schülerinnen sollen sowohl im Unterricht als auch darüber hinaus im gesamten schulischen Leben in ihrer Ganzheit und mit der Vielfalt ihrer Begabungen angesprochen werden. So soll ihnen auch ihre kreative Seite bewusst gemacht, diese gefördert und sie zu aktiver Gestaltung ermutigt werden.

Erreicht werden soll dies durch:

  • Förderung begabter Schülerinnen und Schüler

  • Organisation regelmäßiger Veranstaltungen wie Musicals und Hausmusikabend

  • das Bieten einer Plattform für Schülerinnen und Schüler, um ihre Kunst einem Publikum präsentieren zu können

  • Fahrten zu kulturellen Veranstaltungen (Oper, Musical, Theater, Ausstellungen)

  • Organisation unterschiedlicher Kunstausstellungen innerhalb und außerhalb der Schule

  • Projektkurse mit Theateraufführungen und anderen künstlerischen Bereichen

  • Projektarbeiten im Bereich visueller Medien

  • Museumsbesuche

  • Arbeitsgemeinschaften und OGS-Angebote

  • Kontakte zum einheimischen Kulturleben

  • Fächerübergreifende Zusammenarbeit

  • Teamorientierte Lernformen (z.B. Musizieren, Theaterspielen im Klassenverband)

  • Tätigkeit des Freundeskreises

 


3. Die Friedrich-Paulsen-Schule in ihrer Region: Tradition und Aufbruch

Reformen haben Tradition an der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS). Die Schule, die 1925 entstand und ihren Namen von dem berühmten, aus Langenhorn (Nordfriesland) stammenden Philosophen und Reformpädagogen Friedrich Paulsen (1846-1908) erhielt, kann in ihrer Geschichte immer wieder Beispiele dafür vorweisen. Ein Reformprojekt war die Ländliche Oberschule, die Schülerinnen und Schülern aus den ländlichen Schulen und Realschulen nach einer Prüfung in die Untersekunda aufnahm und in vier Jahren zum Abitur führte. In dieser Zeit bestanden auch zwei Internate für Jungen und Mädchen, was die Schule vor neue Herausforderungen stellte.

Im Zuge der Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe leistete die Friedrich-Paulsen-Schule wieder Pionierdienste. Schon 1971/72 begann die Schule mit einer vollen Studienstufe, fünf Jahre vor der offiziellen Einführung. Das System der Grund- und Leistungskurse löste die Klassenbildung in der Oberstufe ab.

Das besondere Angebot des bilingualen Unterrichts prägt unser Schulprofil seit 1991. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erwerben durch den englischsprachigen Sachfachunterricht in Erdkunde und Geschichte eine erhöhte Sprachkompetenz, was sie erstmals im Abitur 2000 unter Beweis stellen konnten.

Ein weiterer innovativer Baustein unseres Schulprofils ist seit 1994 die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium in Tondern. Die Begegnung von jungen Menschen in Europa zu fördern und die Fähigkeit zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu vermitteln, sind Aufgaben, denen die FPS sich widmen will. Dies erfolgt seit dem Schuljahr 2003/04 in einem gemeinsamen deutsch-dänischen Zweig in der Oberstufe, zunächst „Europaklasse“, mittlerweile „Internationale Klasse“ genannt. Ziel dieser Klassen ist es, junge Menschen mit einer hohen interkulturellen und sprachlichen Kompetenz auszubilden.

Nachdem schon ab 1996 die 11. Jahrgangsstufe wieder im Klassenverband unterrichtet wurde, wurde dieses System mit dem Beginn der Profiloberstufe im Jahre 2008 auf die ganze Oberstufe ausgeweitet. Die Schule versucht seither innerhalb der Profilklassen durch die Erweiterung des Kursangebotes, verbunden mit einer teilweisen Auflösung des Klassenverbandes, den Neigungen der Schülerinnen und Schüler wieder mehr entgegenzukommen. 2008 musste die FPS auch die ersten sog. G8-Klassen einrichten. Diese Entwicklung wurde nach umfangreichen schulinternen Diskussionen und durch ein einhelliges Elternvotum aber schon im Jahre 2010 wieder gestoppt, sodass die FPS wieder G9-Schule ist. In diese Zeit fiel auch die Entscheidung, unser Gymnasium zur Offenen Ganztagsschule (OGS) weiter zu entwickeln. Sichtbares Zeichen dieser Neuerung ist das Mensa-Gebäude, das in seiner modernen Formensprache neben unserem denkmalgeschützten Gebäudeensemble seinen Platz gefunden hat. Im Rahmen der OGS-Angebote gibt es, wieder landesweit erst- und einmalig, eine intensive Kooperation mit der Regionalschule und der Volkshochschule Niebüll.

Unsere Schule ist im allgemeinbildenden Schulwesen das einzige Gymnasium vom 5. bis zum 12./ 13. Jahrgang im nördlichen Festlandsteil von Nordfriesland. Der Einzugsbereich reicht von Bredstedt im Süden bis zur Grenze nach Dänemark und von Schafflund im Osten bis zu den Außendeichen im Westen. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus über 50 Wohnortgemeinden und aus 16 Grundschulen der Region. Daher besteht mehr als drei Viertel der Schülerschaft aus Fahrschülern. Die Schülerzahl stieg von etwa 700 im Jahr 1995/96 über 1000 im Schuljahr 2002/03 auf über 1300 im Schuljahr 2011/12, wird in den nächsten Jahren aber voraussichtlich wieder zurückgehen.

Englisch ist die erste Fremdsprache ab Klasse 5; Französisch bzw. Latein können als zweite Fremdsprache ab Klasse 7 gewählt werden. Neben Französisch und Latein gehören Dänisch und neuerdings Angewandte Informatik zum Angebot im Wahlpflichtbereich ab der 9. Klasse.

Zur Tradition dieser Schule sind die jährlichen Hausmusikabende und andere musikalische Veranstaltungen zu zählen, an denen eigene Studien und unterrichtliche Ergebnisse dargeboten werden. Daneben erfreuen auch, Aufführungen der DSP-Kurse (Darstellendes Spiel) sowie der Theater-

Arbeitsgemeinschaften das Publikum. Im Bereich Kunst gibt es nicht nur Ausstellungen und Projekte im Schulgebäude, sondern auch in Einrichtungen der Region, z.B. dem Krankenhaus.

Die FPS wirkt aber über die Region hinaus. So gibt es eine gute Verbindung mit der Schule in Malmesbury, der Partnerstadt Niebülls, mit der regelmäßig Schüleraustausche stattfinden. Kontakte werden auch mit der französischen Partnerstadt Gien aufgebaut. Seit dem Schuljahr 2012/13 gibt es einen Austausch mit einer Schule in Feurs, Frankreich. Nicht zuletzt wirken auch die von uns ins Ausland beurlaubten Schülerinnen und Schüler sowie die an unserer Schule für eine Zeit aufgenommenen Gastschüler interkulturell.

 


4. Friedrich Paulsen

„Nächst dem Bauern ist der Professor der freieste Mann.“

Namensgeber der Schule ist der nordfriesische Philosoph und Pädagoge Friedrich Paulsen.


Lebensdaten:

*1846 in Langenhorn

bis 1862 Besuch der Volksschule

1863-66 Besuch des Christianeums in Altona. Abschluss mit Reifeprüfung

bis 1871 Studium zunächst der Theologie, dann Philosophie in Erlangen, Berlin, Bonn, Kiel, Berlin

1871 Promotion in Berlin

1875 Habilitation für Philosophie

1877 Lehrauftrag für Pädagogik

1878 Ernennung zum außerordentlichen Professor

1890 Teilnahme an der Reichsschulkonferenz

1894 Ernennung zum ordentlichen Professor

1900/01 Schulreform

1908 in Berlin Steglitz


 

Das Schulprogramm gibt ein Abbild der jetzigen Situation an der FPS und wird ständig fortgeschrieben.