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| Grenzüberschreitend unterwegs „Von Bach zu den Beachboys“ |
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Das Gemeinschaftskonzert der Friedrich-Paulsen-Schule und des Gymnasiums Tondern war, wie Musikpädagogin Stephanie Budde feststellte: "Die Ernte einer wunderschönen Zusammenarbeit". Unter dem Motto "Von Bach zu den Beachboys" zeigten die Gymnasiasten von diesseits und jenseits der Grenze am Dienstag in der Stadthalle große - und oft geradezu überschäumende - Freude an Der Musik. Am Mittwoch trat das deutsch-dänische Ensemble in Tondern auf. Das nunmehr dritte gemeinsame Konzert der beiden Gymnasien setzte nur einen vorläufigen Schlussakkord. Mit dem Schuljahr wird das dreijährige Pilotprojekt des grenzüberschreitende und von der EU geförderten INTERREG-II-Programms enden. Gemeinschaftsarbeit gab es in verschiedenen Fächern - und mit der Musik wurde diesem beispielhaften Projekt ein Glanzlicht aufgesetzt. Die Zusammenarbeit der beiden Schulen, die inzwischen such von vielen persönlichen Kontakten getragen wird, geht jedoch weiter. Schon jetzt gibt es Ideen, wie dies konkret aussehen könnte. Der Erfolg der Kooperation, so der Niebüller Standpunkt dazu, spornt geradezu an. Auch die Möglichkeit, dass das EU-Projekt verlängert wird, deutet sich an. Auf Anfrage teilte FPS-Schulleiter Wolfgang Raloff mit, man bemühe sich darum. Es bleibe abzuwarten, wie die Antwort aus Brüssel lautet. Angesichts des Gesamterfolgs könnte es nur eine positive Antwort geben. Das gemeinsame Konzert 2000 ordnete sich der Zielsetzung "Alles, was Freude macht" unter. Das Motto der Gemeinschaftsveranstaltung hätte auch lauten können: "Von Bach bis zum 26. Februar", denn Teile des dritten Programmblocks waren in der Tat erst am 26. Februar komponiert worden. Insgesamt war das diesjährige Konzert eine kleine musikgeschichtliche Zeitreise. Zwischen dem Bachschen Choral und leichter Kost kam zunächst der Ehrwürdige Herr Bach zu Gehör. Er schrieb vorwiegend "schwere Sachen", war aber auch leichteren Kompositionen zugetan. Und Mozart? Von ihm war das (nur wenig bekannte) "Das klinget so herrlich . .. so schön..." zu hören und als Zweites der Choral "Ave verum corpus". Vom gemeinsamen Chor eindrucksvoll dargeboten und der Niebüller Musikpädagogin Stephanie Budde einfühlsam einstudiert. Das Gymnasium Tondern war wiederum auch mit einer erstaunlich guten Band vertreten. Ivan Kousgaard und vor allem Kenneth Reimer schaffen es immer wieder, die jungen Talente zusammenzuführen, und die "alten jungen" zu halten. Eindeutiger Sieger des Abends war wohl der kleine Posaunist Jacob Ringsmose, nicht weniger "klasse" der Pianist Jacob Techow am Keyboard. Den instrumentalen Part der FPS bestritten Greta Gröttrup und Stina Ullrich (Flöte). Das Lehrerteam, zu dem auch Ellen Reimer gehört, hatte mit der musikbegeisterten Jugend Machbares auf wunderbare Art in Szene gesetzt. Um im Jugendjargon zu bleiben, hatten die Jungen und Mädchen aus Tondern und Niebüll - ob in klassischem Chorgesang, in Swing, Rock oder Soul -- "eine Menge drauf". Und es fiel zudem auf, dass sich mit dem Jahrgang 2000 ein weiterer guter den beiden Vorgängern anschloss. Etwas Besonderes gab es auch: Zum wiederholten Mal war der freischaffende Komponist Wolfgang Knuth aus Goslar zu Gast im Norden. Mit der FPS kam er anlässlich eines von der Nolde-Stiftung aufgelegten Stipendiums in Kontakt. Knuth, der Opern komponiert und in der Kammermusik zu Hause ist, hat bereits öfter Seminare im Komponieren mit Schülern abgehalten - das letzte erst vor Wenigen Tagen. Heraus kamen rhythmische Sprachspiele, Vertonungen einzelner Buchstaben, herausgelöst aus Begriffen wie "Germknödel" (Hefeklöße) oder “Bill Clinton“. Mit den Zuhören begab man sich in eine zwar nicht erklärbare, aber spannend wirkende Klanglandschaft. Den Reiz bewirkten sowohl die verschiedenen Tempi und Tonlagen als auch die sprachlich anregende Bewegung, in die die Jugendlichen versetzt wurden. Ein Wiederhören gab es mit de, bereits vor zwei Jahren bei einem Hausmusikabend uraufgeführten, von Knuth geschriebenen „Abc“. Knuth, der die Ohren öffnen will für die neue Musik, sagte über seine Seminararbeit: „Sie überschreitet Grenzen – nicht nur geographische.“ Der Abend klang aus mit einem Revival aus den beiden vorausgegangenen Konzerten, mit dem „Chattanooga Choo-Choo“, Zugaben, Blumen und zweisprachigen Glückwünschen... |