Nordfriesland Tageblatt: Im Gleichklang mit den Schulen
je 30.10.10
Bildungsminister Ekkehard Klug zu Gast in der NT-Redaktion
Redaktionsbesuch: Bildungsminister Ekkehard Klug im Gespräch.
Niebüll - Es ist kein einfaches Amt, das Dr. Ekkehard Klug bekleidet. Als Bildungsminister trägt er die Verantwortung für die Schulen „und damit hat irgendwie jeder zu tun“, sagt er. „Jeder hat in seiner Familie irgendjemanden, der in die Schule geht“, erklärt der Landespolitiker in einem Gespräch mit den Nordfriesland Tageblatt-Redakteuren, Ute Weiß und Torsten Beetz.

Unruhige Zeiten liegen hinter dem Minister – nicht zuletzt darin begründet, dass die Landesregierung in punkto Bildungspolitik einen wechselhaften Kurs hinter sich hat: Abitur nach acht Jahren – oder nach neun? Einrichtung von Regional- und Gemeinschaftsschulen, Lehrermangel...

Unermüdlich wirbt Klug für die Umsetzung des neuen Bildungsgesetzes und spielt den Ball zu den Akteuren vor Ort: Schulleitung und Lehrer. „Es hängt vom Personal ab. Wie geht es mit dem Gesetz um? Was will die jeweilige Schule überhaupt?“, fragt Klug und macht unmissverständlich deutlich: „Die Bereitschaft, etwas verändern zu wollen, muss vorhanden sein.“

Dass Bildungspolitik nicht jeden Betroffenen zufrieden stellt, weiß der Minister. Auch, dass es Probleme gibt. „Aber die nehmen wir in Angriff“, betont Klug. „Wir konzentrieren uns auf die Bedarfe in den Schulstandorten.“ Nicht zuletzt deswegen wurden in den Gymnasien und Berufsschulen im Sommer neue Lehrer eingestellt. Ganztagsbetreuung, Sprachförderung, Förderung von verhaltensauffälligen Kindern sowie frühkindliche Bildung sind weitere Steckenpferde des Ministers – „aber stets im Einvernehmen mit den Betroffenen vor Ort und nicht nach Schema F“, sagt Klug.

In Bezug auf den Lehrer-Nachwuchs geht das Friedrich-Paulsen-Gymnasium nach Ansicht des Politikers als gutes Beispiel den richtigen Weg. „Die Schule tut gut daran, dass sie gerne Referendare ausbildet.“ Das habe den Vorteil, Werbung in eigener Sache und künftigen Kollegen die Vorzüge der Region schmackhaft zu machen. Veränderte Rahmenbedingungen sollen überdies die Abwanderung des Lehrernachwuchses in andere Bundesländer stoppen: Eine stärkere Flexibilisierung beim Einstellungsverfahren sowie der Einsatz eines „Bewerberlotsen“ seien vorgesehen. Letzterer soll im kommenden Jahr per Internet Schulen und künftige Lehrer zusammenbringen. Ein entsprechendes Angebot sei bereits in Hamburg mit Erfolg angelaufen „und warum soll man nicht etwas übernehmen, das woanders Erfolg hat“?

Auf Ganztagsangebote setzt der Bildungsminister auch bei der Förderung verhaltensauffälliger Schüler. Für die finanzielle Beteiligung des Landes an den Personalkosten für Projekte in den Grundschulen sieht er derzeit aufgrund der finanziellen Lage des Landes keine Möglichkeit. „Die Einstellung der Schulsozialarbeiter ist eine Aufgabe der kommunalen Familie. Das Land kann das derzeit aus eigener Kraft angesichts der finanziellen Probleme nicht leisten. Wenn wir aber eine neue Quelle auftun, wäre das eine Priorität.“

Nach dem Besuch der Friedrich-Paulsen-Schule in dieser Woche (wir berichteten) steht am 25. November eine weitere Stippvisite des Bildungsministers in Leck auf dem Programm. Dort wird er sich einen Eindruck vom Förderzentrum verschaffen.
sh:z/Nordfriesland Tageblatt/Text: Torsten Beetz vom 30.10.2010

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