Nordfriesland Tageblatt: Heimspiel für den Bildungsminister
je 29.10.10
Ekkehard Klug bei seiner Stippvisite in der Friedrich-Paulsen-Schule voller Lob: Gymnasium nutzt sämtliche Vorteile des Bildungsgesetzes
Minister auf der Schulbank: Ekkehard Klug (Bildmitte) begleitete den Unterricht einiger Schulklassen der Friedrich-Paulsen-Schule – hier in der fünften Klasse.
Niebüll - Großer Bahnhof für den Bildungsminister. Schulleitung, Lehrer, Elternvertreter und Schüler sowie Mitglieder des Amtes und des Schulträgers trafen sich gestern mit Dr. Ekkehard Klug in der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS), um mit ihm die acht- und neunjährigen Bildungsgänge (G8 und G9) am Gymnasium zu erörtern – aber auch, um sich von den Investitionen ein Bild zu machen.

Klug sah sich in Niebüll bestätigt, dass seine Politik Früchte trägt: Modernisierung des alten Gebäudes sowie dessen Inventar, Neubau von Mensa und Aula sowie zusätzliche Lehrkräfte seien Beweis genug, dass das Ministerium auf dem richtigen Weg sei, erklärte der Bildungsminister.

Unablässig warb er für das neue Bildungsgesetz, das den Schulen in Schleswig-Holstein individuelle Gestaltungsmöglichkeiten eröffne. „Es wird keine Schule genötigt, etwas zu verändern“, betonte Klug und stellte zugleich die zahlreichen Entwicklungsoptionen des Gesetzes in den Vordergrund. Niebüll habe das Potenzial und die Chancen des Gesetzes erkannt, lobte der Minister.

Dem Vorwurf seiner politischen Gegner, Gymnasien zu bevorzugen, hielt er entgegen, dass er im gymnasialen Bereich den dringlichsten Handlungsbedarf gesehen habe. Eine ausreichende Beschulung sei an vielen Einrichtungen im Land nicht möglich gewesen. In nächster Zeit würden 350 zusätzliche Lehrer in Schleswig-Holstein benötigt – 160 Lehrkräfte seien im Sommerhalbjahr bereits eingestellt worden. Allein an der FPS in Niebüll kamen 4,5 Stellen hinzu. Deshalb wertete Amtsdirektor Otto Wilke den Besuch des Bildungsministers denn auch als „Heimspiel in Bezug auf die Gymnasien“.

Wilke sah aber Handlungsbedarf in den Gemeinschafts- und Regionalschulen. „Hier gibt es noch Probleme.“ Nach Ansicht des Bildungsministers sei es nicht sinnvoll, ein altes durch ein neues dreigliedriges Schulsystem zu ersetzen. „Jedes vernünftige Konzept in Deutschland setzt auf Zweigliedrigkeit“, so Klug, der alle Schulen auffordert, die Gestaltungsmöglichkeiten, die das Gesetz biete, auch auszunutzen. Schulleiter Manfred Wissel lobte die Strategie des Bildungsministers. Seiner Ansicht nach würde die Mehrzahl der Lehrer und Eltern im Land das überarbeitete Gesetz befürworten. „Das Bild in der Öffentlichkeit ist verfälscht“, sagte Wissel.

Abschließend sicherte der Minister der Schule zu, die Mittagsbetreuung auch künftig finanziell zu unterstützen. „Es wird einen Zuschuss geben“, versprach Klug.
sh:z/Nordfriesland Tageblatt/Text: Ute Weiß, Torsten Beetz, Bild: Moritz Pelte vom 29.10.2010

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