| Nordfriesland Tageblatt: Heißes Thema: Burger-Steuer |
| je 23.02.10 |
| Debattier-Wettbewerb: Schüler der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule auf den ersten Plätzen |
![]() Gewinner des Debatten-Wettbewerbs: In der Sekundarstufe I (von links) Laura G., Tim F., Mikko P. und Ba Khai T.. Foto: Wrege
Zwei Altergruppen traten zur Debatte an: die Sekundarstufe I (8. bis 10.) und II (11. bis 13. Jahrgang). Für die beiden Finals qualifizierten sich jeweils zwei Paare, die das Pro und Kontra zu vertreten hatten – möglichst eloquent, überzeugend, verständlich und sicher. Den jüngeren Semestern wurde die Frage gestellt, ob auf ungesunde Lebensmittel eine „Junk-Food-Steuer“ erhoben werden sollte. Junkfood - das ist der umgangssprachliche Begriff für ungesund-minderwertige weil zu fett-, zucker- und salzhaltige sowie kalorienreiche Lebensmittel. Die Pro-Seite argumentierte mit dem Übermaß an zu vielen fettleibigen jungen Menschen und sieht die Steuer als ein „natürliches“ Druckmittel für die Umkehr zu einer gesunderen Ernährung. Die Kontra-Seite meinte, Aufklärung sei besser als Zwang, der im Übrigen auch noch dazu geeignet sei, das Recht auf die im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmung einzuschränken. Die Teilnehmer der Sekundarstufe II hatten sich mit der Frage auseinander zu setzen, ob allen Menschen von Staats wegen ein bedingungsloses Grundeinkommen gewährt werden sollte. In einer niveauvollen Debatte (die sich am Althaus-Modell orientierte) wurde auf der einen Seite herausgearbeitet, dass es ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ geben sollte, das die Basis zur Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe bietet – und zwar ohne Prüfung der Bedürftigkeit und ohne, dass eine Bereitschaft zur Arbeit gefordert wird. Ins Gespräch kam dabei ein Betrag von 800 Euro. Die Kontra-Seite vertrat die Meinung, dieses Modell führe zu Faulheit und Bequemlichkeit. Einig waren sich Pro und Kontra darin, dass eine Vollbeschäftigung für alle wohl ein auf Dauer unerfüllbarer Traum bleiben werde. Die Jury entschied sich für diese Rangfolge. Sekundarstufe I: 1. Alexander Osterkorn (FPS), 2. Hella Funk (FPS), 3. Mareike Bittner (Nordsee-Gymnasium), 4. Jan-Ole Gmelin, Sekundarstufe II: 1. Laura Gehrmann, 2. Tim Friedrichsen, 3. Mikko Preuß, 4. Ba Khai Tran (alle FPS). Die Sieger kommen eine Runde weiter. Die Erst- und Zweitplatzierten gewannen ein Rhetorik-Wochenende mit Profis, die Dritten und Vierten ein Praktikum im Kreishaus. Den Debattierfinals gingen Vorrunden voraus, in denen es um staatliche Unterstützungsleistungen für den Nachwuchs in Form von Gutscheinen ging, ob Geschäfte generell an Sonntagen öffnen dürfen und ob für den 9. Jahrgang eine Unterrichtseinheit „Einführung ins Plattdeutsche“ Pflicht werden sollte. dew |