Nordfriesland Tageblatt: Heißes Thema: Burger-Steuer
je 23.02.10
Debattier-Wettbewerb: Schüler der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule auf den ersten Plätzen
Gewinner des Debatten-Wettbewerbs: In der Sekundarstufe I (von links) Laura G., Tim F., Mikko P. und Ba Khai T.. Foto: Wrege
Jugend debattiert – Unter diesem Motto wagten sich erneut Schülerinnen und Schüler der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) gemeinsam mit Altersgenossen vom Nordsee-Gymnasium St. Peter Ordning aufs Podium, um sich miteinander niveauvolle Wortgefechte zu liefern. Die FPS Niebüll gilt im Lande als Vorreiterin in diesem bundesweit laufenden Debattierwettbewerb und brachte etliche Landessieger hervor, von denen einige sogar vordere Plätze in dem stets in Berlin ausgetragenen Bundesfinale schafften. Bis auf einige wenige Ausnahmen steht die FPS im Norden des Landes in diesem Wettbewerb allein auf weiter Flur, sieht man von den Eiderstedter und zuweilen Husumer Mitschülern ab. Doch wie es scheint, könnten beim nächsten Mal Schüler von der Domschule Schleswig mit von der Partie sein. Ein Kollegiumsmitglied des Schleswiger Gymnasiums war schon Zaungast bei der in Niebüll als NF-Kreismeisterschaft geltenden Debattierveranstaltung.

Zwei Altergruppen traten zur Debatte an: die Sekundarstufe I (8. bis 10.) und II (11. bis 13. Jahrgang). Für die beiden Finals qualifizierten sich jeweils zwei Paare, die das Pro und Kontra zu vertreten hatten – möglichst eloquent, überzeugend, verständlich und sicher. Den jüngeren Semestern wurde die Frage gestellt, ob auf ungesunde Lebensmittel eine „Junk-Food-Steuer“ erhoben werden sollte. Junkfood - das ist der umgangssprachliche Begriff für ungesund-minderwertige weil zu fett-, zucker- und salzhaltige sowie kalorienreiche Lebensmittel. Die Pro-Seite argumentierte mit dem Übermaß an zu vielen fettleibigen jungen Menschen und sieht die Steuer als ein „natürliches“ Druckmittel für die Umkehr zu einer gesunderen Ernährung. Die Kontra-Seite meinte, Aufklärung sei besser als Zwang, der im Übrigen auch noch dazu geeignet sei, das Recht auf die im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmung einzuschränken.

Die Teilnehmer der Sekundarstufe II hatten sich mit der Frage auseinander zu setzen, ob allen Menschen von Staats wegen ein bedingungsloses Grundeinkommen gewährt werden sollte. In einer niveauvollen Debatte (die sich am Althaus-Modell orientierte) wurde auf der einen Seite herausgearbeitet, dass es ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ geben sollte, das die Basis zur Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe bietet – und zwar ohne Prüfung der Bedürftigkeit und ohne, dass eine Bereitschaft zur Arbeit gefordert wird. Ins Gespräch kam dabei ein Betrag von 800 Euro. Die Kontra-Seite vertrat die Meinung, dieses Modell führe zu Faulheit und Bequemlichkeit. Einig waren sich Pro und Kontra darin, dass eine Vollbeschäftigung für alle wohl ein auf Dauer unerfüllbarer Traum bleiben werde. Die Jury entschied sich für diese Rangfolge. Sekundarstufe I: 1. Alexander Osterkorn (FPS), 2. Hella Funk (FPS), 3. Mareike Bittner (Nordsee-Gymnasium), 4. Jan-Ole Gmelin, Sekundarstufe II: 1. Laura Gehrmann, 2. Tim Friedrichsen, 3. Mikko Preuß, 4. Ba Khai Tran (alle FPS).

Die Sieger kommen eine Runde weiter. Die Erst- und Zweitplatzierten gewannen ein Rhetorik-Wochenende mit Profis, die Dritten und Vierten ein Praktikum im Kreishaus. Den Debattierfinals gingen Vorrunden voraus, in denen es um staatliche Unterstützungsleistungen für den Nachwuchs in Form von Gutscheinen ging, ob Geschäfte generell an Sonntagen öffnen dürfen und ob für den 9. Jahrgang eine Unterrichtseinheit „Einführung ins Plattdeutsche“ Pflicht werden sollte.
dew
 

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