Nordfriesland Tageblatt: Friedrich-Paulsen-Schule hat Gäste aus Frankreich
je 10.07.10
Niebüll - „Hier ist alles total anders“, beschreibt Jean-Baptiste Friesner (16) aus dem französischen Dorf Fouquieres les Lens in der Nähe von Lille seinen ersten Eindruck von der nordfriesischen Kleinstadt Niebüll. Zusammen mit Clément Moulle (15) aus Saint Endras nahe Lyon besucht er zurzeit die Friedrich-Paulsen-Schule.
Fühlen sich wohl: Jean-Baptiste Friesner und Clement Moulle (r.) mit Studienrätin Anja Choquer. Foto: dew
Der sechsmonatige Aufenthalt der jungen Franzosen kam durch das „Office franco-allemand pour la Jeunesse (OLAJ)“, das Deutsch-Französische Jugendwerk, zustande. Am 1. bzw. 15. August treten die beiden Schüler, die daheim ein Lycee (Gymnasium) mit dem Ziel des Baccaloreat besuchen, wieder die Heimreise an. Beide nehmen am Unterricht in einer zehnten bzw. neunten Klasse der FPS teil.

„Im Französischunterricht ‚leihen’ wir sie auch mal an andere Klassen aus“, berichtet Studienrätin Anja Choquer, die die jungen Franzosen betreut. „Sie sind eine Belebung und Bereicherung für den Sprachunterricht“, fügt die Tutorin hinzu. Jean-Baptiste wohnt bei der Familie Timm im Bachstelzenring, Clement bei Rasmus Thamsen in Ockholm. Beiden gefällt es in den deutschen Gastgeberfamilien sehr gut. Sie fühlen sich als Mitglieder der Familien. „Wir kamen hier an und fühlten uns sehr einsam. Aber dieses Gefühl war nur von kurzer Dauer“, berichtet Jean-Baptiste, der viel mit Janes Christiansen (16) zusammen ist, während Clement im abgelegenen Ockholm keinen direkten Freund hat – aber umso mehr auf seine Gastgeber zählen kann.

Sprache, Schule, Land und Leute, Essgewohnheiten – auf die beiden wirkte in den zurückliegenden Monaten und Wochen eine Fülle von Eindrücken ein, die die freundlichen Jungen zu einem kulturellen Paket schnüren und dieses daheim im Kreises ihrer Angehörigen und Freunde auspacken werden. „Wir haben hier das Gefühl herzlicher Freundschaft empfunden“, heißt es unisono von den beiden, die noch mehr von der Welt sehen wollen.

Clement war bereits in Köln und München und hat sich auf bestimmte Ziele noch nicht festgelegt. Jean-Baptiste hat bereits halb West-Europa bereist und möchte den Osten Europas kennenlernen. Beide können schon auf ein stattliches Reservoir der schrecklich schwierigen deutschen Sprache zurückgreifen.
dew

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