Nordfriesland Tageblatt: Das Geheimnis der goldenen Kugel
je 03.09.10
Friedrich-Paulsen-Schule hat ihre Turmspitze von 1925 wieder / Schulleiter Manfred Wissel beendet Spekulationen: „Sie ist leer“
Beeindruckend, aber leer: Schulleiter Manfred Wissel zeigt die Turmkugel. Zwei Sextaner helfen ihm dabei. Foto: dew
Niebüll - Das Geheimnis um die goldene Kugel auf dem Turm der Friedrich-Paulsen-Schule ist gelüftet. Lange wurde gerätselt, was wohl darin stecken möge – Urkunden, Münzen, eine Zeitung oder sonst was aus dem Jahre 1925, als das Schulgebäude eingeweiht wurde? Nichts von dem: „Sie ist leer“, verkündete Schulleiter Manfred Wissel in der Südtondernhalle anlässlich der Einschulung der Sextaner und hob das goldglänzende „Ding“ auf den Tisch neben dem Rednerpult. Maria und Niels-Sönke, zwei gerade eingeschulte Fünftklässler, bestätigten, was der Direx verraten hatte.

Es traf sich gut, dass der Turm mitsamt der Ersatz-Spitze wegen einer Neubedachung des Schulgebäudes herunter musste, nachdem er erst vor zwei Jahren komplett erneuert worden war. Damals war die Kugel – offenbar versehentlich – im Müll gelandet, konnte jedoch gerettet werden. Jetzt ergab sich die Gelegenheit, ihren Inhalt zu untersuchen – der keiner war. Gereinigt, aufgefrischt und unter güldene Farbe gebracht, leuchtet die Kugel jetzt je nach Tageslicht wie Sonne oder Mond. Die übergangsweise installierte, provisorische Spitze hat damit ausgedient. Die Schule hat nun neue Dachpfannen und Fensterfronten und der längst zu einem der Wahrzeichen der Stadt mutierte Turm seine echte Spitze wieder.

Übrigens ist der jetzige Turm die zweite Kopie des 1924 in einen Brunsbütteler Sägewerk gezimmerten Originals. Vor 22 Jahren wurde er erstmals erneuert, 2008 ein weiteres Mal. Im Turminneren befindet sich die Schulglocke mit der Inschrift „Hell klingt meine Stimme nach Norden gewandt – Bleib treu dem deutschen Vaterland“. Geläutet wird sie nur zu besonderen Anlässen – etwa zur Verabschiedung der Abiturienten und zur Begrüßung der Sextaner.
dew

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