Nordfriesland Tageblatt: Von Vivaldi bis Pop und Rock
je 01.12.10
Traditioneller Hausmusikabend der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule begeisterte in der Christuskirche.
Der Schüler-Lehrer-Eltern-Chor der FPS unter der Leitung von Oliver Schultz-Etzold musizierte in der Christuskirche. Foto: dew
Niebüll - Diesmal kam die Musik in der Christuskirche, abgesehen von einer kleinen Ausnahme, nicht von oben, wo die Orgel ihren Platz hat. Musiziert und gesungen wurde unten im Altarraum. Dorthin hatte die Friedrich-Paulsen-Schule zum zweiten Mal in ihrer 85-jährigen Geschichte ihren traditionellen Hausmusikabend gelegt – womöglich auch schon zum letzten Mal, denn 2011 steht ihr die neue Mensa zur Verfügung.

Die Christuskirche kam der FPS aus vielerlei Gründen für den Hausmusikabend gelegen. Die Aula ist bei heute 1232 Schülern längst zu klein, die Kirche hingehen nicht nur groß genug, sondern auch wegen ihrer wunderbaren Akustik beliebt. Drittens kam hinzu, dass Kantor Volker Scheibe, der an der FPS einige Stunden unterrichtet, vermittelte und die Kirchengemeinde nichts dagegen hat, dass Jugend in ihrem Gotteshaus musiziert.

Die Musikfachschaft des Niebüller Gymnasiums hatte wiederum ein buntes Programm zusammengestellt, ein Mix aus Barock von Vivaldi und Händel bis Telemann, Pop und Rock. Wohltuend sparsam wurde dabei das Thema Weihnachten aufgegriffen.

Man muss sich immer wieder wundern, was beim Hausmusikabend, der „Ernte“ eines Schuljahrs, an Talenten zu Tage tritt. Gleichwohl kommen auch Anfänger zum Zuge und erfreuen ebenso wie die Großen, bei denen schon professionelle Ansätze erkennbar sind. Neben verheißungsvollen und mutigen Anfängen an Violine, Querflöte und Gitarre, für die sich, wie der Schulleiter Manfred Wissel liebevoll witzelte, „die Noten zeitig einfanden“, gab es eine Reihe von bemerkenswerten Höhepunkten, etwa die Mezzo-Stimme von Leadsängerin Anna Carstensen, die mit Band „Blue Lips“ vortrug, oder das Duo Thora Lüthjohann/Madlen Wilms, die Paul Simons & Art Garfunkels Hits „Sound of Silence“ und „Bridge over troubled water“ zur Gitarre sangen.

Highlight jedoch war der „Gemischte Chor“ mit Mittel- und Oberstufenschülern, Lehrern und Eltern, dirigiert von Oliver Schultz-Etzold. Mit dem Welthit „O Happy day“ und dem Spiritual „Down to the river to pray“ kam die Akustik der Kirche zum Tragen. Von Vivace bis zum Sound of Silence bot der Hausmusikabend wiederum ein unterhaltsames Spektrum aus Tradition und Moderne.

Zum Abschluss ermunterte der Schulleiter seine Schützlinge, flexibel und modern zu sein, sich aber auch der Tradition zu besinnen. Den Musikpädagogen Oliver Schultz-Etzold, Mirko March und Falko Jerominski dankte die Schulleitung mit einem Blumengebinde. Den jungen Akteuren des gelungenen Hausmusikabends spendeten die Besucher lang anhaltendem Beifall.
Dieter Wrege

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