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In Sachen Gewaltprävention ziehen
die Friedrich-Paulsen-Schule und die Polizei an einem Strang.
Einen ganzen Vormittag lang arbeitete Polizeioberkommissar
Rüdiger Nahnsen-Geller mit Schülern der achten Klassen zum
Thema.
In Rollenspielen lernten die
Jugendlichen von Rüdiger Nahnsen-Geller (2. v. re.)
Problembewusstsein und Zivilcourage.
Niebüll/dew – Bereits im
achten Jahr ist Polizeioberkommissar Rüdiger Nahnsen-Geller von
der Polizeistation Niebüll zu Gast in der
Friedrich-Paulsen-Schule (FPS). Mit Schülerinnen und Schülern
der Untertertien (8. Jahrgang) behandelt er das Thema
Gewaltprävention. Damit will er den jungen Menschen helfen,
gewalttätige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Weil sich Gewalt
im Schulalltag in vielen Facetten äußert, kamen FPS und örtliche
Polizei überein, dass für die Jugendlichen etwas getan werden
sollte. Nahnsen-Geller: „Ich freue mich, dass die Schulleitung
der FPS mitmacht und je einen Tag für die achten Klassen zur
Verfügung stellt.“
Den Anfang machte die 8 a mit Studienrat Hermann Gellermann.
Zuerst wurden im Gespräch Begriffe erläutert, Definitionen
gefunden und besprochen, was erlaubt ist und was besser
unterlassen werden sollte. Danach sah sich die Klasse fünf
gespielte Video-Szenen an, in denen es um verbale Attacken,
Mobbing, körperliche Aggression, Sachbeschädigung und Erpressung
ging. Dieses Szenen wurden danach von den Schülern nachgespielt
und eingehend besprochen.
Der Vormittag endete mit einem Besuch der Polizeistation, wo die
SchülerInnen den Betrieb „live“ erlebten, mit Beamten ins
Gespräch kamen und Gelegenheit erhielten, Berührungsängste
gegenüber der Polizei abzubauen.
Die Schüler diskutierten lebhaft und erarbeiteten anhand von
Beispielen, wie Probleme angegangen werden können. Eines der
wichtigsten Themen für die Jugendlichen war das Mobbing. Mobben
in der Schule ist ein gegen Mitschüler gerichtetes Ärgern,
Schikanieren und gemeines Verhalten, so definierten es die Kids.
Der Täter sucht dabei den Weg des geringsten Widerstandes –
nämlich das schwächste und ängstlichste Opfer. Um Mobbing in der
Klasse zu begegnen, sollten schnell Grenzen erkannt und
alternative Verhaltensweisen entwickelt werden. Mobbing, sagt
der Polizeibeamte, könne sich schon in klitzekleinen Gesten
entwickeln.
Gezeigt und gespielt wurde auch das Verhalten im Schulbus, wo
immer wieder Fahrschüler Sitze aufritzen, den Belag entfernen
oder andere Schäden anrichten, deren Beseitigung am Ende zu
Lasten der Allgemeinheit fällt. Der am Sitz klebende Kaugummi
zähle noch nicht einmal zu den „Besonderheiten“, so
Nahnsen-Geller. Immer wieder würden Schüler auf dem Weg zur
Schule erpresst. Wer einen Fehler begangen hat, sollte den von
vornherein eingestehen, statt sich von mitwissenden Mitschülern
abzocken zu lassen. Auch hier suche sich der Täter willige Opfer
aus – nicht jedoch Gegner. Nahnsen-Geller: „Wer einmal zahlt,
der zahlt auch weiter.“
Im Übrigen bat der Polizeibeamte die Schüler, nicht wegzusehen,
wenn Unrecht geschieht. Wer Anzeichen von Gewalt beobachtet,
sollte in erlaubtem Rahmen eingreifen, im Falle der
Überforderung jedoch besser Hilfe holen. Es gebe viele Wege,
Gewalt zu vermeiden und ihr bereits im Anfang zu begegnen. „Aber
man sollte auch wissen, wie das geht.“ |