Nordfriesland Tageblatt: Gegen Gewalt in der Schule

je 27.01.09

In Sachen Gewaltprävention ziehen die Friedrich-Paulsen-Schule und die Polizei an einem Strang. Einen ganzen Vormittag lang arbeitete Polizeioberkommissar Rüdiger Nahnsen-Geller mit Schülern der achten Klassen zum Thema.

 

In Rollenspielen lernten die Jugendlichen von Rüdiger Nahnsen-Geller (2. v. re.) Problembewusstsein und Zivilcourage.

Niebüll/dew – Bereits im achten Jahr ist Polizeioberkommissar Rüdiger Nahnsen-Geller von der Polizeistation Niebüll zu Gast in der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS). Mit Schülerinnen und Schülern der Untertertien (8. Jahrgang) behandelt er das Thema Gewaltprävention. Damit will er den jungen Menschen helfen, gewalttätige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Weil sich Gewalt im Schulalltag in vielen Facetten äußert, kamen FPS und örtliche Polizei überein, dass für die Jugendlichen etwas getan werden sollte. Nahnsen-Geller: „Ich freue mich, dass die Schulleitung der FPS mitmacht und je einen Tag für die achten Klassen zur Verfügung stellt.“

Den Anfang machte die 8 a mit Studienrat Hermann Gellermann. Zuerst wurden im Gespräch Begriffe erläutert, Definitionen gefunden und besprochen, was erlaubt ist und was besser unterlassen werden sollte. Danach sah sich die Klasse fünf gespielte Video-Szenen an, in denen es um verbale Attacken, Mobbing, körperliche Aggression, Sachbeschädigung und Erpressung ging. Dieses Szenen wurden danach von den Schülern nachgespielt und eingehend besprochen.

Der Vormittag endete mit einem Besuch der Polizeistation, wo die SchülerInnen den Betrieb „live“ erlebten, mit Beamten ins Gespräch kamen und Gelegenheit erhielten, Berührungsängste gegenüber der Polizei abzubauen.

Die Schüler diskutierten lebhaft und erarbeiteten anhand von Beispielen, wie Probleme angegangen werden können. Eines der wichtigsten Themen für die Jugendlichen war das Mobbing. Mobben in der Schule ist ein gegen Mitschüler gerichtetes Ärgern, Schikanieren und gemeines Verhalten, so definierten es die Kids. Der Täter sucht dabei den Weg des geringsten Widerstandes – nämlich das schwächste und ängstlichste Opfer. Um Mobbing in der Klasse zu begegnen, sollten schnell Grenzen erkannt und alternative Verhaltensweisen entwickelt werden. Mobbing, sagt der Polizeibeamte, könne sich schon in klitzekleinen Gesten entwickeln.

Gezeigt und gespielt wurde auch das Verhalten im Schulbus, wo immer wieder Fahrschüler Sitze aufritzen, den Belag entfernen oder andere Schäden anrichten, deren Beseitigung am Ende zu Lasten der Allgemeinheit fällt. Der am Sitz klebende Kaugummi zähle noch nicht einmal zu den „Besonderheiten“, so Nahnsen-Geller. Immer wieder würden Schüler auf dem Weg zur Schule erpresst. Wer einen Fehler begangen hat, sollte den von vornherein eingestehen, statt sich von mitwissenden Mitschülern abzocken zu lassen. Auch hier suche sich der Täter willige Opfer aus – nicht jedoch Gegner. Nahnsen-Geller: „Wer einmal zahlt, der zahlt auch weiter.“

Im Übrigen bat der Polizeibeamte die Schüler, nicht wegzusehen, wenn Unrecht geschieht. Wer Anzeichen von Gewalt beobachtet, sollte in erlaubtem Rahmen eingreifen, im Falle der Überforderung jedoch besser Hilfe holen. Es gebe viele Wege, Gewalt zu vermeiden und ihr bereits im Anfang zu begegnen. „Aber man sollte auch wissen, wie das geht.“


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