Nordfriesland Tageblatt: CO2 vermeiden: Schüler zeigen, wie’s geht
je 26.06.09
Nicht vergraben sondern vermeiden – so lautet die Devise: Schüler aus Tondern, Malmesbury und Niebüll gingen beim von der EU-geförderten Comenius-Projekt der Frage nach, wie man des giftigen Kohlendioxids Herr wird.
Die Abschluss-Veranstaltung des internationalen Comenius-Projekts fand in der Aula der Friedrich-Paulsen-Schule statt.
Niebüll/dew – Wie man in der Schule Energie sparen und damit einen Beitrag zum Umweltschutz und zu einer nachhaltigen Minimierung des CO2 -Ausstoßes leisten kann, demonstrierten Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Paulsen-Schule, der Holme-Skole (Tondern) und der Malmesbury-School (Grafschaft Wiltshire/England) in der Aula des Niebüller Gymnasiums.

Vor drei Jahren hatten sich die drei Schulen als „Eco-Friends“ im Rahmen eines von der EU-geförderten Comenius-Projekts mit dem Ziel zusammengetan, Energie zu sparen und das Bewusstsein dafür verstärken. Zuerst verglichen Deutsche, Dänen und Engländer ihre Länder miteinander. Danach tüftelten sie Ideen aus, wo sie Energie sparen können. Im vergangenen Jahr zeigten sie auf, wie man diese Ideen umsetzen kann. Das stand auch im Fokus des Finales in der Aula der FPS. Das auf drei Jahre angelegte Projekt ist ausgelaufen. Doch seien bereits Anträge auf Fortführung nach Brüssel unterwegs, hieß es.

Zum Auftakt der von Studienrat Michael Christiansen organisierten Veranstaltung wurden die Gäste des Abends – Vertreter aus Politik, Verwaltung und Betreibergesellschaften von Wind- und Solarparks – visuell auf das Projekt eingestimmt. Eine Folkrock-Band der Malmesbury School unterhielt musikalisch. Drei Schüler besorgten die dreisprachige Moderation: Matthias Lüthjohann (Niebüll), Nikolai Weissert (Tondern) und Benedict Dart (Malmesbury). „Unser Ziel ist eine auf Dauer weitgehend CO2 -freie Schule“, hieß es unisono auf der Aula-Bühne. Wie das gehen soll, war bei einem Rundgang über den „Marktplatz der Ideen“ zu erfahren, wo Stände zu den (Spar-) Themen „Wasser“, „Transport“ und „Energie“ aufgebaut waren. Expertenteams beantworteten dreisprachig gestellte Fragen.

Da wurde gezeigt, wie Wasser gespart werden kann und dass Schulbusse auch anders als mit umweltschädlichem Diesel angetrieben werden können. Was den Stromverbrauch angeht, scheint es bei allen drei Schulen Handlungsbedarf zu geben. Die Malmesbury School verbraucht jährlich 602 095, die Holme-Skole 238 423 Kilowattstunden. Die FPS steht mit 131 149 kWh noch relativ gut da.

In der Diskussion meldeten sich Gäste zu Wort. „Angesichts der CO2 - und CCS-Diskussion ist das hier eine tolle Präsentation“, lobte Lecks Bürgervorsteher Rüdiger Skule Langbehn. „Mich beeindruckt, dass sich diese Generation mit dieser Thematik beschäftigt“, sagte Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt. „Ich bin mit dem Rad zu dieser Veranstaltung gefahren“, bekundete Amtsdirektor Otto Wilke. „Hat der Architekt für den Bau der Mensa die Order für ein bestmögliches Energie-Konzept erhalten?“, fragte Altbürgermeister Heinz Loske nach. Windmüller Hand Detlef Feddersen (Lübke-Koog) lobte auf Englisch ein „Fantastic Project“. Henrik Steensen (11. Jahrgang an der FPS) an die Politik: „Wir Schüler können nicht viel tun. Licht aus, Wasserhahn zu – den Rest müssen Sie machen.“ Matthias Lüthjohann spannte den Bogen etwas weiter und erklärte: „Wir wollen auch andere mit unserem Anliegen erreichen. Die Anderen, das sind Sie.“

Die Abend-Verstaltung in der FPS klang aus mit Statements und Grußworten der Schulleiter. „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, zitierte Oberstudiendirektor Manfred Wissel Hölderlin und bezeichnete das Comenius-Projekt als einen richtigen Weg.

Headteacher Tim Gilson (Malmesbury School): „It’s an incredible Project.“ „Ihr habt viel gelernt und Ideen entwickelt. Jetzt gilt es, dieses Ideen umzusetzen“, rundete Schuldirektor Jens Peter Jensen (Tondern) ab.

Abschließend unterzeichneten die drei Schulleiter eine Art „Charta“, in der sie sich die drei Schulen zu einem umweltbewussteren Verhalten verpflichten.
 
 

Sie erreichen den zuständigen Redakteur unter der E-Mail-Adresse: xx@fps-niebuell.de, wobei Sie xx durch das oben angegebene Redakteurkürzel ersetzen müssen.