Nordfriesland Tageblatt: Von CO2 bis Turbo-Abitur
je 25.09.09
Schüler des Friedrich-Paulsen-Gymnasiums wollten von Politikern Antworten
Ernste Probleme in lockerer Atmosphäre diskutiert. Foto: Stephan Bülck
Niebüll/stb – Auf dem Podium stellten sich gestern Abend Detlef Buder (SPD), Astrid Damerow (CDU), Dr. Ekkehard Klug (FDP), Rasmus Andresen (Grüne) sowie Susanne Rignanese (SSW) den Fragen von Schülern des Friedrich-Paulsen-Gymnasiums.
Der Schülervertretung als Initiator ging es mit der Veranstaltung darum, einen Beitrag zur politische Bildung in die Schule zu leisten. Rund 170 Gymnasiasten wollten, dass die Politiker zu drängenden Themen Stellung beziehen. Bemerkenswert war, dass es der jungen Generation nicht um das eigene sondern um das Gemeinwohl ging.

So nahmen Fragen zur Bildungs- und Umweltpolitik den größten Teil des abends ein. Schüler des zwölften Jahrganges hatten sie vorab ausgearbeitet, die Schulsprecher Folke Brodersen und Jan-Ole Gmelin gestalteten aus den 15 wichtigsten einen Katalog.

Jan-Ole Gmelin leitete die Veranstaltung mit klaren Vorgaben, gab jedem Politiker pro Frage eine Minute Redezeit, um auf den Punkt zu kommen. Im fliegenden Wechsel gaben die Angesprochenen nicht nur die Positionen ihrer Parteien, sondern häufig auch persönliche Meinungen wieder. So zur Zukunft der Profiloberstufe und der Studiengebühren. Werden Schüler durch das Turbo-Abitur überfordert? Was kann man gegen Gewalt in der Schule unternehmen? Auch, wie sich Einsparungen zum Abbau des Schleswig-Holsteinischen Schuldenberges mit Investitionen in die Bildung in Einklang bringen lassen, wollten die Schüler wissen. Die Sicherung des Datenschutzes, die Schaffung neuer Arbeitsplätze waren weitere Themen.

Unterschiedliche Ansichten gab es zur Frage, ob der Wehrdienst beibehalten werden solle. Einig waren sich die Podiumsteilnehmer hingegen, dass nicht früh und oft genug in soziale Belange investiert werden könne. Die Zuhörer erlebten in lockerer Atmosphäre, wie die Podiumsteilnehmer, getrieben von der Stoppuhr, teilweise in rekordverdächtiger Geschwindigkeit, ihre Argumente vortrugen. „Was würden sie tun, wenn sich ihre Bundestagsfraktion für CCS-Technologie und CO2-Lager ausspräche?“, hieß es schließlich. Das sei mit ihnen nicht zu machen bzw. ausgeschlossen, versicherten alle Fünf. Mit demokratischen Mitteln wolle man an der Seite der Bevölkerung kämpfen.

Quelle: sh:z/Nordfriesland Tageblatt/Text: Stephan Bülck vom 25.09.2009

 
 

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