Nordfriesland Tageblatt: Sanierung: Neue Fenster mit Sprossen
je 25.08.09
Zwei Monate lang wurde in der Friedrich-Paulsen-Schule gebaut, 700000 Euro flossen in die Maßnahme. Im kommenden Jahr geht es weiter.
Die neuen Fenster trennen die unterschiedlichen Bauabschnitte optisch voneinander ab: Links das Ursprungsgebäude von 1925 (die obere Reihe war ehemals offen und bildete die sogenannte „Sternenwarte“) , rechts der spätere Anbau. Foto: Stephan Bülck
Niebüll/stb – Überall im Gebäude der Friedrich-Paulsen-Schule geben derzeit die Handwerker den Ton an. Die Sommerferien werden genutzt, um das Gebäude kräftig zu sanieren. Ein Teil der Klassenräume erhält neue Fußböden, niedrigere Decken, Schallschutz und wird mit Energie sparenden Lichtquellen ausgestattet. Geld fließt auch in die Modernisierung von Heizung und Sanitär-Anlagen.

Insgesamt werden derzeit 700000 Euro investiert. „Einen hohen Anteil der Sanierungsarbeiten nehmen energetische Maßnahmen ein“, sagt Udo Schmäschke vom Bauamt. Die Kosten werden daher zu 50 Prozent durch das Konjunkturprogramm II gefördert. Ansonsten, gibt Schmäschke zu, hätte das Amt die Maßnahmen aus finanziellen Gründen nicht in so kurzer Zeit durchführen können. Die Planungen übernahm das Architekturbüro Böckenholt und Horstmann (Bredstedt), die Baubegleitung liegt in den Händen von Techniker Udo Petersen.

Im Innenhof fallen von außen sofort die neuen Fenster auf. Sie sind aus Holz gefertigt, verfügen wieder über die ehemals schon vorhandenen Sprossen. Und das hat seinen Grund. „Das Gebäude steht unter Denkmalschutz“, sagt Udo Schmäschke. Daher erfolgten die Planungen in genauer Abstimmung mit der oberen Denkmalschutzbehörde. Der ursprüngliche Baukörper stammt aus dem Jahr 1925. 1958 folgte die erste Erweiterung. Wo welcher Bauabschnitt beginnt, machen, wie vorgeschrieben, die unterschiedlichen Fensterfronten deutlich. Dass bei dem Altbau auf die zunächst von der Denkmalpflege geforderten doppelten Fensterflügel (jeweils zwei lassen sich nach außen, zwei nach innen öffnen) verzichtet werden konnte, sei ein Kompromiss, den man mit der Behörde gefunden habe. „Sie einzusetzen wäre sehr teuer geworden.“

Das Treppenhaus im Altbau erhält seine alte Bleiverglasung zurück. „700 einzelne Glasscheiben müssen eingesetzt werden“, erklärt Udo Schmäschke. In den Flur-Bereichen des Altbaus hat ein Restaurator alte Farbschichten freigelegt, so dass der Bau aus dem Jahre 1925 bald wieder in den ursprünglichen gedämpften Farben erstrahlen wird. Dazu gehört auch ein dünner dunkelroter Streifen um die Klassenzimmertüren.

Das ambitionierte Bauvorhaben war von Anfang an durch ein Miteinander von Amt und Schule geprägt. Bereits zwei Wochen vor Ferienbeginn begannen die Arbeiten, eine Woche nach Schulbeginn soll alles fertig sein, werden die Handwerker, die überwiegend aus der Region kommen, den ersten Abschnitt beendet haben. Ein zweiter Sanierungsteil ist für das Jahr 2010 vorgesehen. Geplant ist auch, die wenig attraktiven, mit Aluminiumrahmen eingefassten Fenster der Turnhalle zu ersetzen.

„Die Schulträgerschaft stellt hohe Anforderungen an das Amt“, so Udo Schmäschke. „Ein gutes Sanierungs-Konzept ist notwendig. Ansonsten kann so ein Projekt schnell zu einem Fass ohne Boden werden.“

Dass das Schulgebäude auch unter der Trägerschaft des Kreises Nordfriesland gepflegt worden sei, macht Amtsdirektor Otto Wilke deutlich. „Der Kreis hat stets ins Gebäude investiert.“ Stetig wachsende Schülerzahlen seien ein Grund dafür gewesen, dass man sich seinerzeit auf die Errichtung von Erweiterungsbauten habe konzentrieren müssen. Jedoch: „Das Gebäude ist nicht vernachlässigt worden. Die Schulkosten-Beiträge sind in den Unterhalt, die Erweiterung und die Ausstattung geflossen.“ Auch für die Zukunft möchte man mit den Schulkosten-Beiträgen auskommen.

Baubeginn für die neue Mensa soll übrigens im Oktober sein. „Die Angebote sind auf den Weg gebracht“, so Udo Schmäschke. „Wir hoffen, dass wir im gesteckten Kostenlimit bleiben.“ Übrigens: Mit 1300 Schülern sei die Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll das größte ländliche Gymnasium in Schleswig-Holstein.
Gedämpfte Farben kehren in die Flure der Friedrich–Paulsen-Schule zurück.
 

Sie erreichen den zuständigen Redakteur unter der E-Mail-Adresse: xx@fps-niebuell.de, wobei Sie xx durch das oben angegebene Redakteurkürzel ersetzen müssen.