Nordfriesland Tageblatt: Fahrt zur Schule führt über die Grenze
je 03.09.09
Drei Jahrgänge starten in Europa-Klasse des Niebüller Gymnasiums / Erster Tag für die Fünftklässler
Die Sextaner hatten in der FPS gestern ihren ersten Tag.
Niebüll/dew – Der 1. September war für Niebüll und die Region ein wichtiges Datum. Der Leiter der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS), Oberstudiendirektor Manfred Wissel, begrüßte in der Südtondernhalle vor einer mit den Familien bis auf den letzten Platz besetzten Tribüne 169 Sextaner. Ihnen zu Ehren läutete die Schulglocke, die für sie – erfolgreicher Besuch der FPS vorausgesetzt – in acht Jahren wieder anschlagen wird.

Premiere auch für die deutsch-dänische Europaklasse. Sie besteht erstmals aus allen drei Oberstufenjahrgängen. 42 Schülerinnen und Schüler gehören ihr an. Mit der dänischen Seite ist vereinbart, dass der elfte und dreizehnte Jahrgang durchgehend in Tondern und der zwölfte in Niebüll unterrichtet werden. Das Interesse an der „E-Klasse“ sei groß gewesen, berichtete Klassenlehrerin Angelika Strenge. Die Motivation für das „grenzüberschreitende Abi“ habe eindeutig im Interesse an interkulturellem Lernen gelegen, fügte Manfred Wissel hinzu.

In den Beförderungskosten der Europa-Schüler gilt für den zwölften und dreizehnten Jahrgang die bisherige Regelung. Für den elften Jahrgang werden die Kosten für die NOB-Fahrkarten Niebüll-Tondern-Niebüll übernommen, ferner die Beförderungskosten zwischen Wohnort und Niebüll abzüglich dessen, was jeder Schüler sonst zahlt.

Die E-Klasse ist für die Sextaner noch lange keine Thema. Schulleiter Wissel richtete an sie die Worte: „Es gibt im Leben Momente, die man nie vergisst.“ Eine Phase im Leben ende, eine neue beginne. Man habe den Eindruck, eine Hürde sei genommen, und schon baue sich eine neue auf. Vom Kindergarten über die Grundschule müsse man feststellen, dass sich die Kinder jedes Mal ein Stück vom Zentrum der Familie entfernt haben. Das pädagogische Prinzip „kurze Beine – kurze Wege“ gelte nicht mehr. „Die Beinchen sind nicht mehr so kurz“, deutete er auf den für manche länger gewordenen Schulweg hin. Die Schüler werden nun von mehr Lehrern in mehr Fächern als in der Grundschule unterrichtet.

Den Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen werde schwieriger – und bald unmöglich. „Und das ist gut. Der Preis dafür ist, dass die Kinder selbstständiger werden. Das schafft Unsicherheit, wie Unsicherheit eben zum Leben gehört.“ Wissel versicherte den Eltern: „Wir Lehrerinnen und Lehrer tun alles, dass Ihren Kindern alle Chancen gegeben werden.“

Vom Chef zur Chefin der Orientierungsstufe mit den Sextanern und Quintanern: Studiendirektorin Susanne Bronk nahm die teils erwartungsfrohen, teils noch ein wenig unsicheren 169 FPS-Anfänger – unter ihnen mehr Mädchen als Jungen – in Empfang. Die Klassenlehrer führten sie im Gänsemarsch in die sechs Klassen. Im Jahr 2006 fingen 189 Sextaner bei der FPS an. Das ist Rekord. Die Gesamtschülerzahl ist allerdings weiterhin auf dem Rekord-Level von insgesamt über 1300 Schülerinnen und Schülern.

Auf Anfrage unserer Zeitung ließ Oberstudiendirektor Wissel anklingen, dass der Wechsel der Trägerschaft vom Kreis zum Amt reibungslos vonstatten gegangen ist. Die Verwaltungswege seien kürzer geworden, die Zusammenarbeit mit der Schulabteilung hervorragend. Das gelte auch für das Bauamt Südtondern, wie sich bei der Teilsanierung der Schule gezeigt habe, in die 700 000 Euro investiert wurden. Teil zwei ist für die nächsten Sommerferien vorgesehen.
 
 

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