Das Amt Südtondern ist jetzt Träger der
Friedrich-Paulsen-Schule. Der Wechsel vom Kreis zum Amt wurde
mit einer Feierstunde gewürdigt.
Der Wechsel der
Schul-Trägerschaft war Anlass für eine Feierstunde mit
vielen Gästen aus Politik, Verwaltung sowie Schülern und
Lehrern.
Niebüll/dew – Seit
Jahresbeginn ist das Amt Südtondern neuer Träger der
Friedrich-Paulsen-Schule. Nach dem Deutschen Reich, dem Land
Schleswig-Holstein und dem Kreis Nordfriesland ist das Amt mit
seinen 40 000 Einwohnern der vierte Träger des Niebüller
Gymnasiums, das in den frühen Zwanzigern mit 62 Schülern
startete und heute 1300 Schülerinnen und Schüler zählt. Der
Trägerwechsel wurde mit einer Feierstunde gewürdigt, zu der
Studiendirektorin Susanne Bronk eine große kommunale Runde,
Schüler und Schülerinnen, Lehrer und ehemalige Kollegen
willkommen hieß – an ihrer Spitze Landrat Dieter Harrsen, „der
jetzt die Fahne Nordfrieslands einholt und den Staffelstab an
Amtsdirektor Otto Wilke weitergibt.“ Der Unter- und
Oberstufenchor der FPS unter der Leitung von Stephanie Budde und
Oliver Schulz-Etzold begleiteten die Feierstunde musikalisch.
Der Wechsel der Trägerschaft sei ein Ereignis, das mehr in die
Abläufe des Schulalltags eingreife, als man es sich zunächst
vorstellt, erklärte Oberstudiendirektor Manfred Wissel. „Da hat
man sich über Jahre zusammengerauft, und plötzlich erfährt man,
dass es das Schulgesetz anders will.“
Der schulische Alltag wird sich auch an der
Friedrich-Paulsen-Schule verändern, erklärte Wissel mit Blick
auf den Wandel zur Offenen Ganztagsschule, über die nach seinen
Worten Konsens im Kollegium bestehe. Äußere Zeichen dieses
Wandel lassen sich an der geplanten Baumaßnahme absehen. „Wie
sich das entwickelt hat und schließlich architektonische Formen
angenommen hat, zeigt, dass der Wechsel vom Kreis zum Amt
gelungen ist.“
Für den scheidenden Schulträger gab es Lob. Wissel an Landrat
Harrsen: „Ich habe meinen Vorgänger Wolfgang Raloff immer wieder
sagen gehört: beim Kreis sind wir gut aufgehoben. Dafür möchte
ich mich bedanken – auch bei Ihren Mitarbeitern.“
Nordfrieslands Landrat bekannte, „dass es kein leichter Tag für
mich ist, an dem ich eine Aufgabe abgebe.“ Laut Schulgesetz habe
die Trägerschaft wechseln müssen. Diese Aufgabe habe nun die
Region übernommen, die ihrer Verantwortung auch gerecht werde.
Das geschehe bürgernah und sei ein Stück kommunaler
Selbstverwaltung. „Wir werden Ihnen ein Stück erhalten bleiben“,
sagte Harrsen Unterstützung zu, wenn es Förderprogramme
auszuschöpfen gilt.
Amtsdirektor Otto Wilke erinnerte daran, dass das Schulgesetz
die Trägerschaft eigentlich der Standortgemeinde (Stadt Niebüll)
zugedacht habe. Doch bei der Herkunft der 1 300 Schüler sei
deutlich geworden, dass sie beim Amt liegen sollte. Es bedurfte
der Zustimmung der 30 Gemeinden mit 318 Mandatsträgern und 52
Bürgern aus Lexgaard, die nahezu einstimmig erfolgt sei. Jetzt
stünden dem Amt enorme Aufgaben bevor. Nach den Worten des
Amtsdirektors sind das der Bau eines Multifunktionsgebäudes, die
Fortsetzung der vom Kreis begonnenen Sanierungsmaßnahmen und die
Erfüllung von Darlehensverpflichtungen mit einem Gesamtvolumen
von 4,2 Millionen Euro. „Unter diesen Gegebenheiten war es kein
Selbstläufer, die Gemeinden ins Boot zu bekommen.“ Wilke: „Ich
wünsche mir eine enge Zusammenarbeit zwischen der
Amtsverwaltung, ihren Gremien und der Schulleitung.“
Namens der Elternschaft und des FPS-Freundeskreises dankte deren
Vorsitzender Sönke Petersen für ein gutes Miteinander mit der
Schule und ihrem Träger – auch eingedenk dessen begrenzter
finanzieller Ressourcen. Angesichts des Wandels der FPS zur
Ganztagsschule äußerte er sich skeptisch und bezweifelte, ob sie
die Kinder weiter bringen werde. Die Schülersprecher Jan-Ole
Gmelin und Folke Brodersen stellten fest, dass Lernerfolge und
Motivation letztlich auch davon abhängen, dass „Leben in der
Bude“ herrsche. Beide äußerten den Wunsch, dass „wir die
künftigen Entwicklungen erleben, statt sie zu überleben.“ |