Nordfriesland Tageblatt: Kreis gibt Schule an das Amt ab

je 02.03.09
Das Amt Südtondern ist jetzt Träger der Friedrich-Paulsen-Schule. Der Wechsel vom Kreis zum Amt wurde mit einer Feierstunde gewürdigt.
Der Wechsel der Schul-Trägerschaft war Anlass für eine Feierstunde mit vielen Gästen aus Politik, Verwaltung sowie Schülern und Lehrern.

Niebüll/dew – Seit Jahresbeginn ist das Amt Südtondern neuer Träger der Friedrich-Paulsen-Schule. Nach dem Deutschen Reich, dem Land Schleswig-Holstein und dem Kreis Nordfriesland ist das Amt mit seinen 40 000 Einwohnern der vierte Träger des Niebüller Gymnasiums, das in den frühen Zwanzigern mit 62 Schülern startete und heute 1300 Schülerinnen und Schüler zählt. Der Trägerwechsel wurde mit einer Feierstunde gewürdigt, zu der Studiendirektorin Susanne Bronk eine große kommunale Runde, Schüler und Schülerinnen, Lehrer und ehemalige Kollegen willkommen hieß – an ihrer Spitze Landrat Dieter Harrsen, „der jetzt die Fahne Nordfrieslands einholt und den Staffelstab an Amtsdirektor Otto Wilke weitergibt.“ Der Unter- und Oberstufenchor der FPS unter der Leitung von Stephanie Budde und Oliver Schulz-Etzold begleiteten die Feierstunde musikalisch.
Der Wechsel der Trägerschaft sei ein Ereignis, das mehr in die Abläufe des Schulalltags eingreife, als man es sich zunächst vorstellt, erklärte Oberstudiendirektor Manfred Wissel. „Da hat man sich über Jahre zusammengerauft, und plötzlich erfährt man, dass es das Schulgesetz anders will.“
Der schulische Alltag wird sich auch an der Friedrich-Paulsen-Schule verändern, erklärte Wissel mit Blick auf den Wandel zur Offenen Ganztagsschule, über die nach seinen Worten Konsens im Kollegium bestehe. Äußere Zeichen dieses Wandel lassen sich an der geplanten Baumaßnahme absehen. „Wie sich das entwickelt hat und schließlich architektonische Formen angenommen hat, zeigt, dass der Wechsel vom Kreis zum Amt gelungen ist.“
Für den scheidenden Schulträger gab es Lob. Wissel an Landrat Harrsen: „Ich habe meinen Vorgänger Wolfgang Raloff immer wieder sagen gehört: beim Kreis sind wir gut aufgehoben. Dafür möchte ich mich bedanken – auch bei Ihren Mitarbeitern.“
Nordfrieslands Landrat bekannte, „dass es kein leichter Tag für mich ist, an dem ich eine Aufgabe abgebe.“ Laut Schulgesetz habe die Trägerschaft wechseln müssen. Diese Aufgabe habe nun die Region übernommen, die ihrer Verantwortung auch gerecht werde. Das geschehe bürgernah und sei ein Stück kommunaler Selbstverwaltung. „Wir werden Ihnen ein Stück erhalten bleiben“, sagte Harrsen Unterstützung zu, wenn es Förderprogramme auszuschöpfen gilt.
Amtsdirektor Otto Wilke erinnerte daran, dass das Schulgesetz die Trägerschaft eigentlich der Standortgemeinde (Stadt Niebüll) zugedacht habe. Doch bei der Herkunft der 1 300 Schüler sei deutlich geworden, dass sie beim Amt liegen sollte. Es bedurfte der Zustimmung der 30 Gemeinden mit 318 Mandatsträgern und 52 Bürgern aus Lexgaard, die nahezu einstimmig erfolgt sei. Jetzt stünden dem Amt enorme Aufgaben bevor. Nach den Worten des Amtsdirektors sind das der Bau eines Multifunktionsgebäudes, die Fortsetzung der vom Kreis begonnenen Sanierungsmaßnahmen und die Erfüllung von Darlehensverpflichtungen mit einem Gesamtvolumen von 4,2 Millionen Euro. „Unter diesen Gegebenheiten war es kein Selbstläufer, die Gemeinden ins Boot zu bekommen.“ Wilke: „Ich wünsche mir eine enge Zusammenarbeit zwischen der Amtsverwaltung, ihren Gremien und der Schulleitung.“
Namens der Elternschaft und des FPS-Freundeskreises dankte deren Vorsitzender Sönke Petersen für ein gutes Miteinander mit der Schule und ihrem Träger – auch eingedenk dessen begrenzter finanzieller Ressourcen. Angesichts des Wandels der FPS zur Ganztagsschule äußerte er sich skeptisch und bezweifelte, ob sie die Kinder weiter bringen werde. Die Schülersprecher Jan-Ole Gmelin und Folke Brodersen stellten fest, dass Lernerfolge und Motivation letztlich auch davon abhängen, dass „Leben in der Bude“ herrsche. Beide äußerten den Wunsch, dass „wir die künftigen Entwicklungen erleben, statt sie zu überleben.“


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