NF-Tageblatt: Entscheidungshilfe für die Jungwähler

je 28.04.08

Gut vorbereitet gingen die Schüler der FPS in eine Podiumsdiskussion mit den Vertretern der örtlichen Parteien. Mit der Veranstaltung wollte die Schülervertretung den Jungwählern am Niebüller Gymnasium eine Entscheidungshilfe geben.

Auf dem Podium (v.l.) Ralph Hoyer und Carsten F. Sörensen (SPD), Anna Miesner und Tobias Trappe (Grüne), Christian Meyer-Dulheuer und Heide-Marie Rasch (FDP), Mogens Lesch (SSW), Oliver Gantz und Detlef Jüch (CDU). Folke Brodersen leitete die Diskussion.

 

Niebüll/uw – Mit einem Blick auf seinen Fragenkatalog war Folke Brodersen dann doch ein wenig enttäuscht. Nach eineinhalb Stunden straff geführter Podiumsdiskussion mit Vertretern der örtlichen Parteien in der Friedrich-Paulsen-Schule waren noch längst nicht alle Fragen gestellt, die die Schülervertretung vorbereitet hatte. Dennoch: „Die Unterschiede zwischen den Parteien sind herausgearbeitet worden“, zeigte sich der Schülersprecher dann doch zufrieden.

Gut eineinhalb Stunden hatten Vertreter der CDU, der SPD, des SSW, der FDP und Bündnis 90/Die Grünen den Schülern in der voll besetzten Aula der Friedrich-Paulsen-Schule Rede und Antwort gestanden. Die Idee zu dieser Veranstaltung war im Fach Wirtschaft und Politik entwickelt worden: Hier hatte Oberstudienrätin Angelika Strenge festgestellt, „dass die Schüler im Unterricht so interessiert waren.“ Das griff die Schülervertretung auf und organisierte für ihre wahlberechtigten Mitschüler in der Oberstufe eine Informationsveranstaltung.

Die Info-Veranstaltung stieß auf großes Interesse.

 

Nach einer kurzen Einführung von Antje Bartels (CDU), Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende des Schul-und Sportausschusses, mit allgemeinen Informationen zur Kommunalwahl konnten sich die Vertreter der Parteien kurz vorstellen. Sie hielten sich an die Zeitvorgaben. Diskussionsleiter Folke Brodersen musste nach einem Blick auf die große Stoppuhr nur gelegentlich zur Glocke greifen. So blieb viel Raum für Marten Hansen, Lena Friedrichsen, Oke Bahnsen und Ronja Nebelung von der Schülervertretung, die den Kandidaten mit gut vorbereiteten und gezielten Fragen auf den Zahn fühlten.

Dabei ging es um das Selbstverständnis der Parteien ebenso wie die Einstellung der Politiker zur Diskussion um den Olympia-Boykott. „Jetzt werden die Dinge entschieden, die uns betreffen“, antwortete Tobias Klapper, Kreistagskandidat Bündnis 90/Die Grünen“ auf die Frage, warum man seiner Partei beitreten sollte. Christian Meyer-Dulheuer (FDP) führte die von den Liberalen propagierte„Freiheit zur Selbstverwirklichung“ an während Mogens Lesch (SSW) betonte: „Wir nehmen die Jugendlichen ernst.“

Für einen Olympia-Boykott mochte sich auf dem Podium niemand aussprechen. Heide-Marie Rasch (FDP-Kreistagskandidatin) würde auch als Sportlerin teilnehmen und auf Gesprächsmöglichkeiten hoffen, „um die Völkerverständigung verbessern zu können.“

Beim Thema Verbot der NPD war sich das Podium weitgehend einig, dass das Problem so nicht aus der Welt zu schaffen ist. Carsten F. Sörensen (Kreistagskandidat der SPD) sieht im Zudrehen des Geldhahnes „die effektivste Methode, um den Nazis beizukommen“. Oliver Gantz (CDU-Kreistagskandidat) vertrat die Auffassung, „dass eine starke Demokratie mit Extremgruppen fertig werden muss. Ein starke Demokratie bekommen wir, wenn alle zur Wahl gehen.“

Die Beteiligung von Kinder und Jugendlichen an der Kommunalpolitik stellen sich die Vertreter der Parteien unterschiedlich vor: „Wir wollen ein Kinder- und Jugendparlament einführen“, erklärte Ralph Hoyer (SPD). Sofern sie gewählt werde, würde eine Schülerin in der Stadtvertretung sitzen, ließ Anna Miesner (Bündnis 90/Die Grünen) ihre Mitschüler wissen. Detlef Jüch (CDU) sprach sich für einen Jugendbeauftragten aus. „Sozial, Gerecht. Vor Ort. Wir setzen das um. Hören Sie auf Herz und Verstand und wägen Sie ab“, empfahl Ralph Hoyer auf die Frage, warum Jugendliche SPD wählen sollten. Offenheit und die Beschäftigung mit neuen Themen führte Anna Miesner für die Grünen ins Treffen, während Christian Meyer-Dulheuer deutlich machte, dass die FPD für Freiheit und die Chance auf Selbstverwirklichung stehe. „Weil wir sachbezogene Politik machen,“ erklärte Mogens Lesch für den SSW. Für die CDU sollten die Jungwähler nach Meinung von Detlef Jüch stimmen, „wenn Sie sich und der Stadt etwas Gutes tun wollen. Für Niebüll ist das Beste gerade gut genug.“

 

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