Nordfriesland Tageblatt: Sprachkenntnisse bei einem Projekt praktisch erprobt

je 21.05.08

Schüler recherchierten gemeinsam für Artikel

Ein Artikel entsteht: Nach dem Zusammentragen der Fakten ging es ans Schreiben.

 

Niebüll/uw – Gemeinsamkeiten ergeben sich bereits beim jeweiligen Programm des deutsch-französischen Schüleraustausches zwischen der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll und der Partnerschule Lycée Jeanne D’Arc in Rennes in der Bretagne. Die Gastgeber präsentierten ihren Gästen eine Besonderheit an der Küste. Bei den Nordfriesen war es die Hallig Hooge, bei den Bretonen die weltberühmte Benediktiner-Abtei Mont Saint-Michel.

Der Ausflug ans Meer ist ein Programmpunkt der Schülerbegegnung, die vom deutsch-französischen Jugendwerk in Deutschland und der entsprechenden Organisation in Frankreich, dem „Office franco-allemand pour la Jeunesse“ initiiert und von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt wird. Ein Ziel ist die Sprachförderung, ein weiteres das grenzüberschreitende Verständnis füreinander und die Sensibilisierung für Fragen des Europäischen Einigungsprozesses. Dazu dient auch das Zeitungsprojekt. Gruppenweise widmeten sich die Schüler dem Thema regenerative Energien und trugen Zahlen und Fakten über Windenergie, Photovoltaik, den Bund für Umwelt- und Naturschutz sowie Biogas zusammen.

Recherchiert wurde überwiegend im Internet, aber auch vor Ort im Gespräch mit dem Besitzer einer Biogasanlage und Bürgermeister Wilfried Bockholt, der über den neu gegründeten Arbeitskreis Energie informierte.

Nach den Erfahrungen der beiden Lehrer, die das Projekt an der Schule in Niebüll und in Rennes organisieren und begleiten, profitieren die Schüler vor allem in sprachlicher Hinsicht von der Begegnung. „Sprachen lernen findet sonst in einem künstlichen Raum statt“, erklärt Manfred Wild von der Partnerschule in Rennes. Die deutschen Sprachkenntnisse sind zum Beispiel dann gefordert, wenn die Gasteltern kein Französisch sprechen. Manfred Wild: „Dann müssen sich die Schüler auf deutsch verständlich machen.“

Die Verständigung fand in Niebüll überwiegend auf französisch statt. „Sie sprechen gut französisch“, stellte Rozenne (15) aus Rennes fest. Sehr aufregend und sehr schön fand es Laura (15) aus Niebüll, „mit anderen Leuten und in einer anderen Sprache zu reden.“

Die Verständigung klappte nicht nur sprachlich. Ulrike Ackermann von der Friedrich-Paulsen-Schule registrierte „eine gute Gruppenatmosphäre“. Eigenständig organisierten die französischen und deutschen Schüler bereits am zweiten Tag des Austausches eine Party. „Das spricht für die Gruppe.“