Nordfriesland Tageblatt: Alles andere als eine staubtrockene Schulstunde

je 18.06.08

Wie bringt man Kindern und Jugendlichen Johann Sebastian Bach nahe? Diese Frage wurde auf einem Themenabend in der FPS mit Musik und Tanz überzeugend beantwortet.

 

Niebüll – Schon beim Betreten der Aula wurden die Besucher durch Schaubilder und Informationstafeln auf Johann Sebastian Bach und seine Zeit eingestimmt. Ein Themenabend in der Friedrich-Paulsen-Schule stand ganz im Zeichen des wohl berühmtesten Komponisten der Barockzeit.

Die Veranstaltung erwies sich als ein begeisternder Erfolg. Gestaltet wurde sie von Schülerinnen und Schülern der Quinta bis zur 11. Klassenstufe, deren Musik- und Wortbeiträge von Katrin Zastrow und Matthias Lüthjohann wortgewandt moderiert wurden. Für die Zusammenstellung des Programms zeichnete Musik-Pädagogin Stefanie Budde verantwortlich, die für die Einstudierung der Tänze die Berliner Tanzpädagogin Sabine Ottow gewonnen hatte.

Die Klasse V d gestaltete im voll besetzten Saal mit Bravour eine fiktive Kinderfunksendung. Auf der Bühne versammelten sich „Produzenten“ und „Manager“ des Hörfunks, die nachdachten, wie man Kindern und Jugendlichen Johann Sebastian Bach durch eine Sendung nahe bringen könne, ohne dass es auf „staubtrockenen Unterricht“ hinauslaufe. Die Verantwortlichen der Sendeanstalt zeigten sich begeistert, verlangten aber Proben. Damit war der Rahmen für den ersten Teil abgesteckt, in dessen Verlauf durch Spielszenen Schlaglichter darauf geworfen wurden, wie es Bach als Waisenkind bei seinem Bruder in Ohrdruf und später als Musiker, für den jede Musik ein Huldigung Gottes darstellte, an den Stätten seines Wirkens ergangen war. Ergänzt wurden die Szenen durch Kurzvorträge über die Renaissance und den Barock, die Mode im 17. und 18. Jahrhundert, die von Bach bevorzugten Musikinstrumente und über die von seiner Kunst beeinflussten Komponisten späterer Epochen.

Heiterkeit erweckte die „Unterrichtsstunde“ einer vom Pensum angeödeten Klasse, bei der Bach als Lateinlehrer immer wieder vorschlug: „Lasst uns doch mal was singen!“ „Rundfunksprecher“ Jonathan von Stritzky meisterte seine Aufgabe souverän. Die geforderten Hörbeispiele steuerten Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Jahrgänge bei, indem sie acht Originalkompositionen oder Bearbeitungen lobenswert sauber intonierend vortrugen. Als einzige, unter Mitwirkung von Stefanie Budde entstandene Eigenkomposition des 11. Jahrgangs erklang der dem Barockstil nachempfunde Instrumentalkanon „In memoriam“ für fünf Gitarren und Bassflöte. Dass die „Manager“ des Rundfunks das Konzept der Sendung absegneten, wunderte niemanden.

Nach der Pause wurden die Musikdarbietungen fortgesetzt, ergänzt durch Tänze zu Bachscher Musik. Nach einer „Bourreé“ für zwei Gitarren (Folke Brodersen und Martin Johannsen) zeigte die Klasse V a eine mit „Joy - Apollo 100“ betitelte Choreographie. Die Klasse U II e tanzte zum „Air“ unter dem Motto „Classic Meets Cuba“, Klasse V d zum Praeludium F-Dur aus Bachs „Wohltemperiertem Clavier“ in einer nur auf Tonsilben swingenden Version. Der Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, gesungen vom Musikkurs des 11. Jahrgangs, leitete über zu Dankesworten des Schulleiters Oberstudiendirektor Manfred Wissel. „Neben den Musicals und Hausmusikabenden hat das musikalische Leben unserer Schule inzwischen durch Themenabende wie den heutigen ein drittes Standbein erhalten.“

Ulrich Jess
 

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