Südtondern Nachrichten: Musical der FPS-Schüler: Viel

Beifall für "Oliver Twist aus Niebüll"

je 08.05.07

Die berühmte Geschichte von Charles Dickens wurde leicht modernisiert. Ein 80-köpfiges Ensemble der Friedrich-Paulsen-Schule begeisterte in der Niebüller Stadthalle.

Niebüll/dew   Schüler und Lehrer der Friedrich-Paulsen-Schule feierten mit der Premiere von „Oliver Twist" einen Riesenerfolg. Anhaltender Beifall forderte das 80-köpfige Ensemble um die Studienräte Anja Kretschmann (Regie) und Oliver Schulz-Etzold (musikalische Leitung) immer wieder auf die Bühne der bis auf den letzten Platz besetzten Stadthalle.

Nach dem „Plagiator" und „In 80 Tagen um die Welt" war es das dritte Musical, das Musikbegeisterung und gute musikalische Ausbildung in der Bildungseinrichtung belegt. „Eigentlich sollte es einen Krimi geben, erinnert sich Studienrat Schulz-Etzold, der Überlegungen darüber angestellt hatte, was man nach zwei erfolgreichen Musicals auf die Bühne stellen könnte. „Dann kam überraschend schnell der Gedanke an Charles Dickens' Geschichte vom jungen Oliver Twist."

Ende gut, alles gut: Oliver Twist und Mr. Brownlow haben sich gefunden, sind Enkel und Großvater.
 

Er ist die Hauptfigur eines Gesellschaftsromans aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der bereits vielfach verfilmt wurde. Der Anreiz, diese Geschichte anzupacken, mag für die Regisseurin in der szenischen Umsetzung gelegen haben, für Schulz-Etzold im kreativ reichhaltigen musikalischen Betätigungsfeld. Beide hatten der Geschichte des Findelkinds einen modernen Touch gegeben, ohne dass der sozialkritische Background verloren geht. Sicht- und hörbar war die Bezogenheit zur heutigen Zeit an Stichworten wie „Sozialpädagoge", „Jugendamt" und erst jüngst ausrangierten Polizeimützen.

Der „Niebüller Oliver Twist" wächst in einer Pflegefamilie auf, in der es Streit gibt und Oliver als Sündenbock herhalten muss. Er landet bei einem Sargmacher, flüchtet aus der makabren Szenerie und kommt nach London, wo er in die Fänge einer Straßengang gerät und zum Taschendieb ausgebildet wird. Als Oliver zum ersten Mal sein Geschick als Dieb beweisen soll, wird er geschnappt. Doch vor Gericht erweist sich seine Unschuld. Er lernt Mr. Brownlow kennen, der ihn aufnimmt. Später stellt sich heraus, dass Brownlow sein Großvater ist.

„Wir haben etliche Szenen kürzen müssen", erklärte Schulz-Etzold. Dennoch wurde das Musical zu einem abendfüllenden Erlebnis - zu einer Aufgabe, die 80 Schülerinnen und Schüler mit Bravour meisterten. Allen voran der erst elfjährige Sextaner Ben Stöver in der Rolle des Oliver Twist, der Sonderbeifall erhielt.

Oliver Schulz-Etzold hat das Ganze zusammengestellt, arrangiert, komponiert und den Szenen auf der Bühne angepasst. Unterstützt wurde er von den Talenten Sönke Torpus und Ove Thomsen, die drei Lieder komponierten. Musikalisch war es ein Mix aus Barock, Rock, Walzer und Irish Folk - aufgepeppt durch einen vortrefflich gestampften Ölfass Besensti(e)l-Stomp", bei der sich das Ensemble rhythmisch austobte und später noch eine Zugabe draufgeben musste.

Es war hilfreich, die Geschichte von Oliver Twist zu kennen, weil es in der Premiere mit der Akustik nicht so recht klappen wollte, die hoffentlich für die noch folgenden Aufführungen verbessert werden kann.

Erste Gratulanten zur großartig gelungenen Aufführung waren Oberstudiendirektor Manfred Wissel und Musik-Fachschaftsleiter Ingo Hackert. Ihnen folgten nach dem letzten Vorhang Eltern, Freunde und Mitschüler, die allesamt begeistert waren und allen Mitwirkenden tolles Teamwork und eine großartige Leistung bescheinigen konnten, bei der alle Zuschauer in der Stadthalle einen Riesenspaß hatten.

 

Haltet ihn": Eine Gruppe empörter Bürger jagt hinter Oliver Twist her.

 

 

Weitere Vorstellung

Beim Casting hatte es großen Andrang gegeben. So wurden die Parts nahezu allesamt doppelt besetzt - um Ausfällen vorzubeugen, aber auch, um möglichst vielen Akteuren eine Chance zu geben. So sind die Hauptrollen besetzt: Oliver (Ben Stöver/Fiete Paschen), Fagin (Ove Thomsen/Melina Burmeister), Dodger (Ragnar Thomsen/Madlen Wilms), Nancy (Christina Deussing/Anna Münsterer) sowie Sikes und Brownlow (Michael Wolff/Rasmus Holländer).


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