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| Interessierte und diskussionsfreudige Gymnasiasten |
Patzelt sieht in der Bundesrepublik „ein merkwürdiges Land, in dem der Staat, die Wirtschaft, die Parteien und auch die Demokratie Probleme haben". Diese werden durch die demographische Entwicklung noch verstärkt. „Wer gestern nicht geboren ist, ist übermorgen auch nicht da", meinte er. Der Staat sei eine Art Macht Maschine. „Wie sie funktioniert, hängt von dem Knopf ab, den man bedient. Ist sie altersschwach, funktioniert sie nicht mehr." Schlimmer noch sei, wenn die Maschine mit aktuellen Herausforderungen nicht mehr zurecht kommt. Weil sich Systeme verändern, tauchen Probleme auf. Eines sei die Familie, in der Kinder nicht mehr nachkommen. Was dazu führt, dass die Zahl der alten Wähler die der jungen übersteigt.
Man müsse die Mach-Maschine kennen, wolle man sie richtig bedienen, womit der Universitätsprofessor auf die Notwendigkeit politischer Bildung antippte. „Wer etwas verändern will, kann auch etwas bewegen", sagte er, forderte aber auch Geduld mit den Worten ein: „Etwas konstruktiv zu ändern, braucht Zeit." Gute Chancen, etwas zu ändern, biete die Demokratie. Von den Schülern kamen Anregungen: „Kann man für das Wahlrecht nicht ein Höchstalter festsetzen?" wollte Oke Johannsen wissen. Eine Mitschülerin ging noch weiter und schlug die Einführung eines Familienwahlrechts vor, bei dem zu den Stimmen der Eltern die der Kinder hinzu kämen.
„Das würde durch aus eine kinder und familienfreundlichere Politik auslösen", erwiderte Patzelt, der sich allerdings zur Frage der Konfrontation Jung gegen Alt bedeckt hielt. Die (Meinungs)Freiheit kam auch ins Gespräch. Patzelt: „Die Kritik des Hinterfragens ist das Lebenselixier der Freiheit." Zur Staatsverschuldung meinte er, die Bedienung der Schulden sei ein Teufelskreis, aus dem man nicht heraus kommt. Zum „Trost" führte er ein Zitat von Altkanzler Schmidt an, der gesagt hatte: „Lieber fünf Prozent Schulden als fünf Prozent Arbeitslosigkeit."
„Wir haben es in den Händen", stellte Schulleiter Wissel abschließend fest und regte zu aktivem Mitmachen in der Politik an.
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