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Grieg bildhaft in Szene gesetzt

Niebüller Gymnasiasten boten tiefe Einblicke in das Werk des Komponisten


Vor kurzem hatte Dr. Klaus Maler von der Kieler Uni den norwegischen Komponisten
Edvard Hagerup Grieg (1843-1907) anlässlich des 80. Geburtstages der heimischen Universitätsgesellschaft
vorgestellt. "Aber erst durch diesen grandiosen Musikabend ist uns das Werk dieses Meisters näher gekommen."
Mit diesem Lob dankte Oberstudiendirektor Wolfgang Raloff Schülern und Lehrern für einen gelungenen
Konzertabend, der guter Musiktradition des Niebüller Gymnasiums ein neues Glanzlicht aufsetzte.
"Edvard Grieg -ein norwegischer Komponist in Musik, Tanz und Text". so lautete die Schulaufgabe,
die sich das pädagogische Quartett Wolfgang Raloff, Dörte Wilbrand, Günther Jahn und Stephanie Budde
gestellt hatte. Anlass, sich mit Grieg zu befassen, der einmal gesagt hatte, er fühle sich musikalisch
ganz deutsch, bot die Kulturbeauftragte im norwegischen Außenministerium Grete Laercher, die seit
zehn Jahren Kontakte mit Bundesländern knüpft und nach Mecklenburg-Vorpommern und Bremen über das
Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH -früher IPTS) das nördliche Bundesland wählte.
Den Musikpädagogen Stephanie Budde und Ingo Hackert kam spontan der Gedanke, den Norweger Grieg für
einen Musikabend "außer der Reihe" zu wählen. Es sollte ein ganz besonderer Abend werden,
an dem sich die Schüler auf vielfältige Weise präsentieren konnten:
instrumental, gesanglich, sprachlich, künstlerisch und tänzerisch. In zwei Quinten, einer UII und dem
Unterstufenchor hatte Konzeptleiterin Stephanie Budde begabte Schüler zur Hand und im Kollegium hilfreiche
Unterstützung zur Seite. Klassenlehrer der mitwirkenden Jahrgänge stellten Stunden zur Verfügung.
Dörte Wilbrand übernahm die Textgestaltung, Günther Jahn ließ im Kunstunterricht Musik bildhaft in
"farbliche Bewegung" umsetzten, von der Hochschule der Künste in Berlin übernahm
Sabine Ottow in einem Crashkurs das Einstudieren der Tänze, währen das Duo Budde/Hackert Chor und
Orchesterarbeit teilten. Unter dem Strich kam ein mit viel Applaus honoriertes Ereignis heraus.
Durch den Abend, der einen weiten Bogen über das Werk Griegs spannte, führten Schüler.
Artig hieß es: "Sehr geehrte Gäste, heute Abend möchten wir für sie einen der bedeutendsten
norwegischen Komponisten erklingen lassen." Danach ging´s Schlag auf Schlag in die Vielfalt der Musik
des Grieg, die er eigentlich nur für sein Umfeld geschrieben hatte und nach eigenen Worten nie dem
Anspruch der Klasse nach Bach, Mozart und Beethoven genügen wollte, sondern nur für seine Zeit und
seine Generation komponierte. Mit der Musik Griegs waren Blicke in die Jugend und Kindheit,
die Landschaft, aufs Meer, auf die berge und in Ereignisse verbunden, die Chor, Orchester, Tänzer und
Solisten bildhaft in Szene setzten.
Beispiele: Zur Enthüllung des Denkmals für den Literaten Ludvig Holberg schrieb Grieg die Musik "Lok".
"Aus Holbergs Zeit" hieß ein Tanz der Qunita b. In Zusammenarbeit mit Henrik Ibsen schrieb Grieg
die die Bühnenmusik zu "Peter Gynt", woraus Chor und Orchester "Ases Tod" intonierten.
Zwei Mal wurde "Anitras Tanz" aufgeführt - darunter einmal nach einer von Duke Ellington arrangierten
Version. Nach einem nahezu meisterhaften und mit anhaltendem Applaus bedachten Klaviersolo von
Nicolas Elsäßer ("Hochzeitstag auf Troldhaugen") klang das Programm mit "Psalm für das Vaterland" aus.
Abschließend heilt die FPS, statt ein Eintrittsgeld zu erheben, einen Geigenkasten auf.
Es kamen 307 Euro zusammen, die einem Waisenhaus in Peru für den Bau einer Solaranlage zu Gute kommen werden.

(Aus: Nordfriesland Tageblatt, 14. Mai 2003, dew)