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Gute Argumente und Schlagfertigkeit entscheiden

Gymnasiasten üben sich in der Kunst des Debattierens. Gefragt ist dabei nicht nur Schlagfertigkeit - sondern auch Wissen.
Nach der Vorrunde im Bundeswettbewerb folgt im Juni der Landesausscheid in Niebüll.


Unter dem Motto "Jugend debattiert" ist ein unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehender
Bundeswettbewerb angelaufen. In diesem für Schüler der 9. bis 13. Jahrgänge offenen Wettbewerb ist die
Friedrich-Paulsen-Schule als einzige aus dem Lande vertreten.
Nach der Vorrunde am vergangenen Wochenende wird das Landesfinale im kommenden Monat in Niebüll stattfinden.
Die "Landesmeister" nehmen am Bundesfinale vom 13. bis 15. Juni im Schloss Bellvue,
dem Amtssitz von Bundespräsident Rau, teil, der auch die Sieger auszeichnen wird.
Ziel ist es, sich zu strittigen Fragen eine Meinung zu bilden, Gründe anzuführen, Kritik vorzutragen
und auf konstruktive Weise gegen- oder miteinander zu kommunizieren.
Einerseits sind solche Fähigkeiten in der heutigen Kommunikationsgesellschaft mehr denn je gefordert,
andererseits sollen Debattanten in der Lage sein, Inhalte zu strukturieren und lernen,
sich sprachlich in Rede und Gegenrede sicher zu bewegen.
Weitere "Zutaten" sind ein guter Schuss politischer Bildung und praktisches demokratisches Handeln.
Unter dem Strich kommen Meinungs- und Persönlichkeitsbildung heraus. An diesem komplexen Mix hatten
Schülerinnen und Schüler in den Sekundarstufen I und II am Freitag engagiert gearbeitet -
und erste Sieger ermittelt. Ein vorbereitendes Prozedere hatten vorher sieben Mitglieder des
FPS-Kollegiums absolviert, berichtete Studienrätin Dörte Wilbrand.
Ihr Kollege Stephan Jahnke wurde dem Unternehmen "Jugend debattiert" al Koordinator zugeordnet.
Die anderen Lehrer informierten die 15- bis 20-jährigen Schüler über die Debattenregeln,
machten mit Wertungskriterien bekannt und gaben Tipps.
Wer reden kann, hieß es, kann mit anderen etwas bewegen.
Dennoch, übe man sich in der Schule zu wenig im Reden.
"Damit sich das ändert, gibt´s "Jugend Debattiert" als Angebot für alle allgemeinbildenden Schulen",
sagte Dörte Wilbrand.
In der Vorrunde standen vier Themen "zur Debatte". Die Oberstufe behandelte die Themen
"Solle anstelle der Wehrpflicht für Männer ein soziales Pflichtjahr für alle eingeführt werden?"
und "Sollen Eliten fördernde Projekte wie bilingualer Unterricht oder die Europaklasse an der FPS durchgeführt werden?".
Die Mittelstufe behandelte die Fragen "Soll der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen abgeschafft werden?"
und "Soll das Strafmündigkeitsalter auf zwölf Jahre gesenkt werden?".
Den Regeln entsprechend standen sich "Pro" und "Contra" gegenüber,
eingezwängt in von Zeitnehmern überwachte Minutenlimits, von Juroren nach Sachkenntnis,
Ausdruck, Gesprächsfähigkeit und Überzeugunskraft bewertet.
Sieger der Sekundarstufe I wurden Benjamin Tadsen, Arwen Colell, Torben Bathke und Gunnar Hinrichsen,
in der Sekundarstufe II Kieran Potthof, Eugen Elsäßer, Sebastian Schütz und Julia Gesewski.
Die Siegerquartetts gewannen ein Rhetorik-Wochenende mit einem Profi auf Sylt.
Alle Acht haben sich für das Landesfinale qualifiziert.

(Aus: Nordfriesland Tageblatt, 25.04.2003)