Landesrunde der Mathematikolympiade in Kiel 2009
fk 12.03.09
Am 22. Februar fand in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die Landesrunde der 48. Mathematikolympiade statt. Die Mathematik-Olympiade ist ein bundesweiter Wettbewerb für mathematisch interessierte Schülerinnen und Schüler. Er wird in vier Runden ausgetragen (Schulrunde, Kreisrunde, Landesrunde und schließlich Bundesrunde), mit Ausnahme der Klassen 5 – 7, für die es keine Bundesrunde gibt. Jeder Schüler erhält drei speziell für seine Klassenstufe gestellte Aufgaben und mehrere Stunden Zeit, sich mit diesen anzufreunden. Häufig repräsentiert jede Aufgabe einen Teilbereich der Mathematik, also z.B. Zahlentheorie, Geometrie, Algebra oder Stochastik.
Für mich als Teilnehmer der zehnten Klasse ging der Wettbewerb gegen 9.30 Uhr in einem Hörsaal im Audimax der Uni los. Dort wurden wir Teilnehmer begrüßt und man erklärte uns den weiteren Ablauf des Tages. Dann schlossen sich dreieinhalb Stunden härtester Mathematik an, Stunden, die vielen noch länger vorgekommen waren. Nach Abgabe der Klausur durften sich alle Teilnehmer ein Brötchen mit Frikadelle abholen (hat sogar geschmeckt!) und es begannen engagierte Diskussionen über die verschiedensten Lösungsansätze. Manche waren gar nicht auf eine Lösung gestoßen, einige waren sich unsicher, ob ihre Lösung stimmen könnte, und wieder andere hielten die Aufgaben für trivial (zumindest bis zur späteren Vorstellung des Lösungsweges…).

Zur Überbrückung der Zeit bis zur Siegerehrung gab es ein sportliches Angebot für die jüngeren Teilnehmer oder alternativ den Vortrag eines Mathematikdozenten, welchem ich mich neugierig anschloss. Dieser „Profimathematiker“ erzählte von der Welt der Knoten, einem Sachgebiet, das mir vorher außer im Schnürsenkel noch nie aufgefallen war. Doch fast alle waren überrascht, wie viel Mathematik in einem solch scheinbar alltäglichen Thema steckt. Aber ich bin mir nicht sicher, wie viele Zuhörer sich am Ende des Vortrags in der Lage sahen, das Klammerpolynom eines Knotens zu berechnen, dieses anschließend in ein invariantes Jones-Polynom zu verwandeln und damit einen beliebigen, nichttrivialen Knoten eindeutig zu klassifizieren…

Nach diesen komplizierten, aber interessanten Ausführungen begab sich jeder Teilnehmer wieder zurück in den Hörsaal, in dem er schon bei der Klausur gesessen hatte, und lauschte gespannt der Vorstellung der Lösungswege. Es war schon erstaunlich, wie einfach so manches ist, wenn man die richtige Idee hat.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die gemeinsame Siegerehrung aller Altersklassen im großen Hörsaal. Nach Danksagungen des Landeskoordinators Hinrich Lorenzen an die vielen Helfer und Grußworten durch Vertreter der Kieler und Lübecker Unis, wurden nacheinander diejenigen Schüler nach vorne gebeten, die insgesamt die meisten Punkte bei ihren Aufgaben erreichen konnten.

Die FPS konnte durchaus Erfolge verzeichnen, so Anerkennungen für Hauke Henningsen aus der Klassenstufe 10 und Andre Clasen in der Oberstufe, ein dritter Platz für Folke Brodersen aus dem 12. Jahrgang und ein ersten Platz in Klassenstufe 10 für den Autor dieses Artikels.

Ich danke an dieser Stelle allen beteiligten Mathelehrern für die Organisation der Mathematik-Olympiade an der FPS und in Nordfriesland und möchte jedem mathematisch interessierten Mittel- oder auch Oberstufenschüler empfehlen, einmal freitags in der 7./8. Stunde bei der Mathe-AG in OI vorbeizuschauen.

Alexander Osterkorn (UIId)

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